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Wärmepumpe überdimensioniert: Takten, und wie du die kW-Angabe im Angebot prüfst

Warum eine Wärmepumpe „mit Reserve“ taktet, Jahresarbeitszahl verliert und den Verdichter verschleißt - und wie du sie nach Berechnung auslegst.

Gründer von HeatAlgo, Autor der Berechnungs-Engine nach DIN EN 12831 und DIN EN 1264

Eine Leistungsreserve sieht nach einer billigen Versicherung aus. Beim Angebot kostet sie fast nichts - eine Nummer größer, ein überschaubarer Aufpreis und die Beruhigung, dass in einer Kältewelle niemand anruft und sich beschwert. Die Kosten dieser Versicherung zeigen sich später, und der Kunde zahlt sie, jeden Monat, solange die Anlage läuft.

Dieser Artikel erklärt, was in einer überdimensionierten Wärmepumpe tatsächlich passiert, woher der Reflex kommt, Leistung aufzuschlagen, und wie du ein Gerät so auslegst, dass du die Wahl gegenüber dem Kunden vertreten kannst.

Was „überdimensioniert“ bedeutet

Es geht nicht um eine große Zahl Kilowatt an sich. Eine Wärmepumpe, die bei Auslegungsbedingungen 16 kW liefert, ist in einem Gebäude mit 15 kW Heizlast richtig ausgelegt; eine, die dort 8 kW liefert, ist in einem Gebäude mit 4 kW Heizlast um den Faktor zwei überdimensioniert.

Zwei Verhältnisse zählen:

  • die Leistung des Geräts im Verhältnis zur Norm-Heizlast des Gebäudes - also zum Ergebnis der Heizlastberechnung für genau dieses Gebäude an genau diesem Standort;
  • die untere Modulationsgrenze des Geräts im Verhältnis zum Bedarf des Gebäudes während des größten Teils der Heizperiode - das Verhältnis, über das viel seltener gesprochen wird und das darüber entscheidet, wie die Wärmepumpe tatsächlich läuft.

Warum eine zu große Wärmepumpe nicht einfach langsamer laufen kann

Ein Inverter-Verdichter moduliert seine Leistung, aber nur innerhalb eines Bereichs. Unter eine bestimmte Schwelle geht er nicht, und diese Schwelle streut zwischen den Geräten stark. Die Zahl allein sagt wenig ohne zwei Angaben: den Betriebspunkt, für den sie gilt, und wovon sie ein Anteil ist. Herstellerdaten nennen meist einen Leistungsbereich bei einem bestimmten Punkt (zum Beispiel A7/W35) - und dieser Bereich, nicht ein aus dem Modellnamen abgelesener Prozentsatz, ist dem Bedarf des Gebäudes gegenüberzustellen.

Zugleich braucht ein Gebäude seine volle Heizlast nur in der kältesten Stunde des Jahres. Bei 20 °C innen und -20 °C Norm-Außentemperatur liegt der Bedarf bei null Grad draußen bei etwa der Hälfte der Heizlast, bei plus acht bei etwa einem Drittel. Den größten Teil der Heizperiode verbringt die Anlage in diesem Teillastbereich, nicht in einer Kältewelle.

Legt man diese beiden Tatsachen übereinander, hat man den Kern des Problems:

Die Modulationsgrenze gegen den Bedarf des Gebäudes

Die Modulationsgrenze gegen den Bedarf des GebäudesDas Diagramm stellt den Bedarf des Gebäudes, der mit fallender Außentemperatur steigt, der Mindestleistung zweier Wärmepumpen gegenüber. Das Minimum der überdimensionierten Wärmepumpe liegt bei etwa 60 Prozent der Heizlast des Gebäudes und trifft den Bedarf erst bei etwa -5 °C, oberhalb dieser Temperatur kann sie also nur takten. Das Minimum der richtig ausgelegten Wärmepumpe liegt bei 30 Prozent und trifft den Bedarf bei etwa +8 °C.Hier kann die Wärmepumpe nur taktenMinimum einer überdimensionierten WärmepumpeMinimum einer richtig ausgelegten WärmepumpeBedarf des Gebäudes+12 °C+4 °C-4 °C-12 °C-20 °CAußentemperatur
Das Diagramm ist bewusst dimensionslos - die tatsächlichen Kilowatt hängen vom Gebäude und vom Gerät ab. Die senkrechte Achse ist ein Anteil der Heizlast des Gebäudes: 1,0 ist die Heizlast in der kältesten Stunde des Jahres, bei -20 °C Norm-Außentemperatur und 20 °C innen. Deshalb liegt das Minimum der überdimensionierten Wärmepumpe so hoch - 30 Prozent der Leistung einer doppelt zu groß ausgelegten Maschine sind etwa 60 Prozent des Bedarfs des Gebäudes. Entscheidend ist die Breite des schraffierten Bands: der Temperaturbereich, in dem das Gebäude weniger Wärme braucht, als der Verdichter im Dauerbetrieb liefern kann.

Sinkt der Bedarf des Gebäudes unter die Mindestleistung des Geräts, kann die Wärmepumpe nicht weniger liefern. Es bleibt nur abschalten, warten und wieder starten. Das ist Takten - und bei einem überdimensionierten Gerät passiert es auch bei einwandfreier Hydraulik.

Je größer die Maschine, desto höher liegt ihre Untergrenze im Verhältnis zum Bedarf des Gebäudes, und desto größer ist der Teil der Heizperiode, den das schraffierte Band abdeckt.

Was Takten tatsächlich kostet

Jahresarbeitszahl. Der Katalog-COP wird im stationären Betrieb nach DIN EN 14511 gemessen. Der SCOP wird gar nicht gemessen - er wird nach DIN EN 14825 für ein Referenzgebäude berechnet, dessen Heizlast zur Leistung des Geräts passt. Das Takten geht in diese Berechnung als pauschaler Minderungsfaktor ein, angenommen für ein passend ausgelegtes Gerät und nicht für eine Maschine, die den größten Teil der Heizperiode taktet. Der angegebene SCOP und die in einem solchen Gebäude erreichte Effizienz sind deshalb zwei verschiedene Zahlen.

Verschleiß des Verdichters. Hersteller begrenzen die zulässige Zahl der Starts pro Stunde, weil ein Start den Verdichter anders belastet als der Dauerbetrieb: Anlaufstrom, Ölverlagerung und Temperaturwechsel. Ein Gerät, das mehrmals pro Stunde startet, statt gleichmäßig zu laufen, verbraucht dieses Kontingent viel schneller.

Komfort. Taktbetrieb bedeutet schwankende Vorlauftemperaturen und in einer Anlage mit geringer Speichermasse auch schwankende Raumtemperaturen. Das ist der Teil, den der Kunde bemerkt, ohne auf eine Rechnung zu schauen.

Konflikt mit dem Warmwasser. Die Warmwasserbereitung unterbricht die Raumheizung. Bei einer Wärmepumpe, die ohnehin taktet, vervielfachen sich diese Unterbrechungen einfach.

Woher der Reflex kommt, Leistung aufzuschlagen

Vier Ursachen, alle nachvollziehbar:

Eine Gewohnheit aus der Zeit der Kessel. Ein Gaskessel moduliert über einen sehr weiten Bereich, und eine Überdimensionierung kostet bei ihm wenig. Der Reflex „ich nehme den größeren und habe Ruhe“ wird direkt aus einer Technik übernommen, in der er tatsächlich funktioniert hat. Bei einer Wärmepumpe funktioniert er nicht.

Warmwasser direkt auf die Heizleistung aufschlagen. Warmwasser ist eine zeitweise, zeitlich versetzte Last, keine konstante Leistung, die zum Bedarf des Gebäudes hinzukommt. Ein linearer Aufschlag bläht das Ergebnis auf, und mit einem richtig bemessenen Speicher und Vorrangschaltung ist er meist gar nicht nötig.

Eine Faustformel statt einer Berechnung. Der W/m²-Wert streut weiter als der Unterschied zwischen einer Geräteklasse und der nächsten. Wir haben das an unserem eigenen Modul gemessen: Für ein einzelnes Gebäude, dessen vollständige Berechnung nach DIN EN 12831-1 8,40 kW ergab, liefert die Schätzung nach Faustformel alles zwischen 8,02 und 23,52 kW - allein abhängig davon, welche Dämmklasse die schätzende Person wählt. Das haben wir im Artikel zur Heizlastberechnung dargelegt.

Die Angst vor dem Anruf in der Kältewelle. Die ehrlichste der vier Ursachen und wahrscheinlich die stärkste. Es lohnt sich, sie offen zu benennen, denn die Antwort darauf ist keine Leistungsreserve, sondern die bivalente Auslegung - siehe unten.

Der Bivalenzpunkt: Eine kleinere Wärmepumpe heißt kein kaltes Haus

Die Angst vor einem zu kleinen Gerät beruht auf einer stillen Annahme: dass die Wärmepumpe allein den ganzen Bedarf in der kältesten Stunde des Jahres decken muss. Das ist die monovalente Auslegung, und sie ist nicht die einzige Möglichkeit.

Der Bivalenzpunkt

ZusatzheizungBivalenzpunktBedarf des GebäudesLeistung der Wärmepumpe+8 °C0 °C-8 °C-16 °CNorm-AußentemperaturAußentemperatur
Der Bedarf des Gebäudes steigt mit fallender Temperatur, während die Leistung der Wärmepumpe zugleich sinkt. Wo sich beide treffen, liegt die Temperatur, unterhalb der ein zweiter Wärmeerzeuger hilft. Die Achse ist in Schritten von 8 K geteilt.

Bei bivalenter Auslegung übernimmt unterhalb einer bestimmten Außentemperatur ein Heizstab oder ein zweiter Wärmeerzeuger den Rest. Wie viele Stunden im Jahr das sind, hängt vom gewählten Bivalenzpunkt und vom Standort ab - je höher du ihn ansetzt, desto mehr Stunden. Wichtiger ist, wie viel Energie diese Stunden ausmachen: Die Zusatzheizung deckt nur die Differenz zwischen Bedarf und Leistung der Wärmepumpe, nicht den ganzen Bedarf, und kommt deshalb in der Jahresbilanz auf wenige Prozent. Beides lässt sich aus den Klimadaten des Standorts berechnen, statt es nur zu schätzen.

Die Folge widerspricht der Intuition: Ein kleineres, bivalent ausgelegtes Gerät arbeitet den größten Teil der Heizperiode in seinem richtigen Modulationsbereich und erreicht eine höhere Jahresarbeitszahl als ein größeres Gerät, das denselben größten Teil der Heizperiode taktet.

So legst du eine Wärmepumpe aus, damit du die Wahl vertreten kannst

  1. Berechne die Norm-Heizlast raumweise nach DIN EN 12831-1, für die Norm-Außentemperatur des tatsächlichen Standorts. Dieselbe Temperatur muss in der ganzen Kette der Dokumente gelten. Lege den Wärmeerzeuger auf die Heizlast des GEBÄUDES aus, nicht auf die Summe der Raumheizlasten - die Lüftung wird pro Raum mit einem richtungsabhängigen Infiltrationszuschlag berechnet, der sich auf Zonenebene aufhebt, die Raumsumme fällt deshalb spürbar höher aus. Mit den raumweisen Ergebnissen legst du Heizkörper und Heizkreise der Fußbodenheizung aus.
  2. Prüfe die Heizflächen Raum für Raum und ermittle die nötige Vorlauftemperatur. Ein einziger Raum mit zu kleinem Heizkörper hebt die nötige Temperatur für die ganze Anlage, und jedes Grad mehr bedeutet den ganzen Winter einen schlechteren COP. Ohne raumweise Aufteilung findest du diesen Engpass nicht - und ohne diese Zahl kannst du Schritt 3 nicht machen.
  3. Lies die echte Leistung des Geräts aus seinen Leistungsdaten ab, bei der Norm-Außentemperatur und der Vorlauftemperatur aus Schritt 2 - nicht die Nennzahl im Modellnamen. Eine „12-kW“-Wärmepumpe liefert bei -20 °C und 55 °C Vorlauf deutlich weniger als bei den Bedingungen, aus denen ihr Name abgeleitet ist.
  4. Prüfe die untere Modulationsgrenze des gewählten Geräts - zusammen mit den Bedingungen, für die das Datenblatt sie angibt - und vergleiche sie mit dem Bedarf des Gebäudes bei etwa +5 °C, einer für die Heizperiode typischen Außentemperatur. Bei -20 °C Norm-Außentemperatur liegt der Bedarf dort bei etwa 40 Prozent der Heizlast. Eine Untergrenze über diesem Wert bedeutet Takten während des größten Teils der Heizperiode.
  5. Entscheide bewusst zwischen monovalentem und bivalentem Betrieb und halte diese Entscheidung zusammen mit dem angenommenen Bivalenzpunkt fest. Prüfe bei bivalenter Auslegung zugleich die elektrische Versorgung und Absicherung - der Heizstab ist eine Last, die in den Netzanschluss passen muss.
  6. Betrachte Warmwasser getrennt - als zeitweise Last mit Vorrangschaltung, nicht als konstante Leistung zusätzlich zum Bedarf des Gebäudes.
  7. Prüfe das Wasservolumen der Anlage. Zu wenig Wasser in der Anlage verursacht Takten auch bei richtig ausgelegter Wärmepumpe; Hersteller nennen ein erforderliches Mindestvolumen, und im Betrieb abgesperrte Heizkreise können es darunter drücken.

Ein Energieaudit ist keine Heizlastberechnung

Die beiden verschwimmen leicht. Ein Energieaudit beschreibt den jährlichen Energiebedarf des Gebäudes und die Wirtschaftlichkeit von Sanierungsvarianten; die Heizleistung nennt es als einen einzigen Wert für das ganze Gebäude, mit den eigenen Annahmen des Audits und ohne raumweise Aufteilung. Damit lassen sich weder Heizkörper noch Heizkreise der Fußbodenheizung auslegen. Eine Heizlastberechnung liefert die momentane Leistung unter Auslegungsbedingungen, raumweise, und ist genau dafür da, Geräte auszulegen. Keine ersetzt die andere.

Häufige Fehler

  • Auslegung nach der Nennzahl im Modellnamen statt nach der Leistung aus den Leistungsdaten bei Norm-Außentemperatur und nötiger Vorlauftemperatur.
  • Die Warmwasserleistung direkt auf den Bedarf des Gebäudes aufschlagen.
  • Die untere Modulationsgrenze ignorieren, wenn man zwei Geräte ähnlicher Nennleistung vergleicht.
  • Auslegung nach einer W/m²-Faustformel, deren Ergebnis dann als Grundlage für die Bestellung dient.
  • Den Wärmeerzeuger auf die Summe der Raumheizlasten auslegen statt auf die Heizlast des Gebäudes. Die Raumsumme ist spürbar höher, weil die Lüftung pro Raum mit einem Zuschlag berechnet wird, der sich auf Zonenebene aufhebt - der einfachste rechnerische Weg zur Überdimensionierung.
  • Eine Reserve „für alle Fälle“ nach der Berechnung. Die Norm enthält keinen Sicherheitsfaktor - sie enthält Annahmen, die selbst schon vorsichtig sind: keine inneren oder solaren Gewinne, alle Räume gleichzeitig auf Auslegungstemperatur und eine statistisch extreme Außentemperatur. Ein Prozentaufschlag obendrauf verdoppelt diese Reserve. Der einzige Zuschlag, den die Norm vorsieht, ist die Aufheizleistung für Anlagen mit Unterbrechung - und die wird berechnet, nicht geschätzt.
  • Kein Vermerk zum angenommenen Bivalenzpunkt, sodass bei der Übergabe niemand nachvollziehen kann, auf welcher Grundlage das Gerät gewählt wurde.

So macht es HeatAlgo

Das Modul für die Heizlastberechnung berechnet die Norm-Heizlast raumweise nach DIN EN 12831-1:2017, mit DIN EN ISO 6946 für die Bauteile und DIN EN ISO 13370 für den Kontakt mit dem Erdreich.

Das Modul zur Vorauslegung der Wärmepumpe liest diese Berechnungen live und analysiert die vorhandenen Heizkörper Raum für Raum, sodass die Auslegung bei derselben Norm-Außentemperatur erfolgt, mit der das Gebäude berechnet wurde. Der Solver wählt eine von 10 verallgemeinerten Leistungsklassen aus Kennlinien, gemittelt über Katalogdaten von 239 Geräten von 28 Herstellern. Das ist ein Ausgangspunkt für die Wahl eines konkreten Geräts, kein Ersatz für eine vollständige Anlagenplanung.

Ein kostenloser Rechner eines Herstellers beantwortet eine andere Frage: Er wählt ein Gerät aus dem eigenen Sortiment, statt das Gebäude zu berechnen. Diesen Unterschied zeigen wir im Vergleich der beiden Werkzeuge.

Die Begriffe aus diesem Artikel - Bivalenzpunkt, monovalente Auslegung, SCOP - erklärt das Glossar für Heizungsbauer. Eine Frage, die dieser Artikel nicht beantwortet? Schreib uns. Weitere Ratgeber findest du in der Hilfe.

Diese Zahlen stammen aus derselben Engine, die unser Referenzhaus berechnet hat, mit allen Eingaben zum Nachprüfen veröffentlicht. Zur Methode: ein vollständig berechnetes Referenzhaus.

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FAQ

Häufige Fragen

Was heißt es, wenn eine Wärmepumpe überdimensioniert ist?

Dass ihre Leistung im Verhältnis zur Norm-Heizlast des Gebäudes zu groß ist. Es geht nicht um die Zahl der Kilowatt an sich, sondern um das Verhältnis zu zwei Dingen: dem Bedarf des Gebäudes und der unteren Modulationsgrenze des Geräts. Eine Wärmepumpe kann nicht unter einen bestimmten Anteil ihrer Leistung herunterfahren. Entscheidend ist nicht dieser Prozentsatz an sich, sondern das Verhältnis zwischen dem Minimum des Geräts und dem Bedarf des Gebäudes: Je größer das Gerät im selben Gebäude, desto höher liegt sein Minimum im Verhältnis zum Bedarf, und desto öfter braucht das Gebäude weniger, als der Verdichter liefern kann.

Kann eine Wärmepumpe zu groß sein?

Ja, und dieser Fehler ist häufiger als eine zu kleine Auslegung. Eine überdimensionierte Wärmepumpe hört nicht auf zu heizen - sie beginnt zu takten, schaltet also ein und aus, statt gleichmäßig zu laufen. Die Folgen sind eine niedrigere Jahresarbeitszahl, schnellerer Verschleiß des Verdichters und schwankende Raumtemperaturen. Die Stromrechnung steigt, obwohl das Gerät formal „Reserve hat“.

Warum taktet eine Wärmepumpe?

Meist, weil das Gebäude in diesem Moment weniger Wärme braucht als die Mindestleistung, auf die die Wärmepumpe herunter modulieren kann. Der Verdichter kann nicht langsamer laufen, also bleibt ihm nur das Abschalten, um weniger Wärme zu liefern. Die andere häufige Ursache ist zu wenig Wasservolumen in der Anlage oder abgesperrte Heizkreise, aber bei einem überdimensionierten Gerät taktet die Wärmepumpe auch bei korrekter Hydraulik.

Wie berechnet man die Wärmepumpe für ein Gebäude?

Ausgangspunkt ist die Norm-Heizlast nach DIN EN 12831-1 bei der Norm-Außentemperatur des tatsächlichen Standorts. Der Wärmeerzeuger wird auf die Heizlast des GEBÄUDES ausgelegt, nicht auf die Summe der Raumheizlasten, die spürbar höher ausfällt; mit den raumweisen Ergebnissen legst du Heizkörper und Heizkreise der Fußbodenheizung aus. Dann liest du die echte Leistung des Geräts aus seinen Leistungsdaten bei dieser Außentemperatur und der nötigen Vorlauftemperatur ab - nicht die Nennzahl im Modellnamen. Warmwasser wird getrennt betrachtet, statt direkt auf die Heizleistung aufgeschlagen.

Was ist der Unterschied zwischen monovalenter und bivalenter Auslegung?

Bei monovalenter Auslegung muss die Wärmepumpe allein den ganzen Bedarf in der kältesten Stunde des Jahres decken. Bei bivalenter Auslegung hilft unterhalb einer bestimmten Außentemperatur - dem Bivalenzpunkt - ein Heizstab oder ein zweiter Wärmeerzeuger. Die Zusatzheizung deckt nur den Teil der Heizperiode unterhalb des gewählten Bivalenzpunkts, und nur die Differenz zwischen Bedarf und Leistung der Wärmepumpe statt des ganzen Bedarfs - in der Jahresenergiebilanz macht sie deshalb wenige Prozent aus. Darum erlaubt die bivalente Auslegung ein kleineres Gerät, das den Rest der Heizperiode in seinem richtigen Modulationsbereich arbeitet, statt zu takten.

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