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Reicht eine Fußbodenheizung im Bad? Derselbe Boden gibt dort ein Drittel weniger

Bei 35/30 °C gibt ein Boden im 20 °C warmen Raum 41,53 W/m² ab, im 24 °C warmen Bad nur 27,78 W/m². Das Beispielbad braucht 40,63 W/m²: Es fehlen 104,08 W.

Gründer von HeatAlgo, Autor der Berechnungs-Engine nach DIN EN 12831 und DIN EN 1264

Kurze Antwort: meist nicht am selben Wasser wie das übrige Haus. Bei 35/30 °C Vor- und Rücklauf, 15 cm Verlegeabstand und Fliesen gibt derselbe Boden, der in einem 20 °C warmen Raum 41,53 W/m² liefert, in einem auf 24 °C beheizten Bad nur 27,78 W/m² ab. Das Bad im Referenzhaus von HeatAlgo braucht 40,63 W/m², sein ganzer Boden deckt es also erst bei 40/35 °C (44,95 W/m²).

„Wir bekommen es einfach nicht auf 23 Grad“, schreibt ein Hausbesitzer in einem britischen Forum, und die Frage nach dem kalten Bad taucht in Bauherren-Foren immer wieder auf. Die Antworten drehen sich um die Pumpenstufe, das Mischventil und Geduld. Kaum jemand vergleicht, was das Bad verliert, mit dem, was sein Boden abgeben kann. Genau dieser Vergleich entscheidet.

Warum derselbe Boden ein Bad schlechter heizt

Ein Boden gibt Wärme proportional zum Unterschied zwischen Wasser und Raum ab. Wasser mit 35/30 °C ist im Mittel 12,33 K wärmer als ein 20 °C warmer Raum, aber nur 8,25 K wärmer als ein 24 °C warmes Bad. Dasselbe Rohr im selben Estrich gibt deshalb ein Drittel weniger ab. So funktioniert die Kennlinie nach DIN EN 1264-2:2021, mit der die Engine von HeatAlgo rechnet.

Dasselbe Wasser, zwei Räume

Wasser 35/30 °CRaum 20 °C12,33 K41,53 W/m²Bad 24 °C8,25 K27,78 W/m²braucht 40,63 W/m²es fehlen 104,08 W
15 cm Verlegeabstand, Fliesen, 45 mm Estrich. Pfeile und Balken maßstäblich. Bad: 8,1 m², 329,13 W nach DIN EN 12831-1:2017.

Die höhere Grenze der Oberflächentemperatur im Bad - 33 °C statt 29 °C - hilft hier nicht. Bei 35/30 °C erreicht der Boden sie nie. Begrenzt wird er vom Wasser, nicht von der Obergrenze.

Wie viel dem Beispielbad fehlt

Das Referenzhaus von HeatAlgo hat ein Bad mit 8,1 m², beheizt auf 24 °C. Seine Norm-Heizlast nach DIN EN 12831-1:2017 beträgt 329,13 W oder 40,63 W/m². Bei 35/30 °C gibt der ganze Boden 225,05 W ab. Es fehlen also 104,08 W.

In einem echten Bad ist nicht der ganze Boden beheizt. Eine Badewanne mit 170 × 75 cm und eine Duschtasse mit 90 × 90 cm belegen zusammen 2,085 m², es bleiben 6,015 m² beheizte Fläche:

Beheizte Fläche35/30 °C40/35 °CBedarf
8,1 m² (die ganze Fläche)225,05 W364,06 W329,13 W
6,015 m² (ohne Wanne und Duschtasse)167,12 W270,35 W329,13 W

Mit Wanne und Duschtasse reichen nicht einmal 40/35 °C. Der Boden allein würde dieses Bad erst bei 43/38 °C decken. Ein engerer Verlegeabstand ändert wenig: 10 cm statt 15 cm ergeben bei 35/30 °C 30,81 W/m². Warum der Verlegeabstand eine Obergrenze hat, steht im Ratgeber Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung.

Der Haken am Badheizkörper

Die naheliegende Antwort lautet „einen Badheizkörper dazu“. Die Katalogleistung eines Heizkörpers gilt aber nach EN 442 für Wasser mit 75/65 °C und einen 20 °C warmen Raum. Mit Wasser von 35/30 °C in einem 24 °C warmen Bad gibt er 9,61 % davon ab. Ein Badheizkörper mit 500 W liefert dann 48,04 W. Um die fehlenden 104,08 W zu decken, bräuchte es einen mit 1083,2 W Katalogleistung.

Was du tun kannst

  • Ein elektrischer Heizstab im Badheizkörper. Die einfachste Lösung: Er heizt unabhängig von der Wassertemperatur.
  • Wärmeres Wasser für das Bad. Ein Heizkreisverteiler liefert eine einzige Vorlauftemperatur. Ein wärmerer Heizkreis im Bad bedeutet eine eigene Mischergruppe oder das ganze Haus auf 40/35 °C, was die Effizienz der Wärmepumpe in jedem Raum senkt.
  • Eine kleinere Heizlast. Ein besseres Fenster oder eine gedämmte Außenwand senken die 329,13 W an der Quelle.

Was passt, zeigt eine raumweise Heizlastberechnung und eine Planung der Fußbodenheizung, die das Bad für sich mit seiner echten beheizten Fläche rechnet.

Die 329,13 W gelten für einen Auslegungstag in Warschau mit -20 °C; dasselbe Bad verliert an einem Standort mit milderer Norm-Außentemperatur weniger. Der Unterschied zwischen 24 und 20 °C und das Drittel weniger, das daraus folgt, sind überall gleich. Die Zahlen gelten für eine Fußbodenheizung im Nasssystem mit Estrich. Die Heizkörperleistung ist eine Schätzung mit dem Exponenten 1,3, den das Wärmepumpenmodul von HeatAlgo verwendet; die echte Leistung bei niedriger Temperatur nennt der Hersteller. Berechnung nach DIN EN 12831-1 mit Standardwerten. Keine Heizlastberechnung nach DIN/TS 12831-1 bzw. ÖNORM H 7500-1 und kein Nachweis für die BEG-Förderung oder den hydraulischen Abgleich (Verfahren B).

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FAQ

Häufige Fragen

Reicht eine Fußbodenheizung allein, um ein Bad zu heizen?

Oft nicht bei derselben Wassertemperatur wie im übrigen Haus. Ein Bad wird auf 24 °C beheizt, und ein Boden gibt Wärme proportional zum Unterschied zwischen Wasser und Raum ab. Bei 35/30 °C Vor- und Rücklauf, 15 cm Verlegeabstand und Fliesen gibt er dort deshalb 27,78 W/m² ab statt 41,53 W/m² in einem 20 °C warmen Raum. Das Bad im Referenzhaus von HeatAlgo braucht 40,63 W/m² (329,13 W auf 8,1 m²), bei 35/30 °C fehlen also 104,08 W. Der ganze Boden deckt es erst bei 40/35 °C, wo er 44,95 W/m² abgibt.

Hilft ein engerer Verlegeabstand im Bad?

Nicht bei 35/30 °C. 10 cm statt 15 cm Verlegeabstand heben die Leistung des Bodens in einem 24 °C warmen Bad von 27,78 auf 30,81 W/m², immer noch deutlich unter den 40,63 W/m², die das Beispielbad braucht. Nötig ist wärmeres Wasser oder eine zweite Wärmequelle im Bad.

Gleicht ein Badheizkörper am selben Wasser wie die Fußbodenheizung das Bad aus?

Kaum. Die Katalogleistung eines Heizkörpers gilt für Wasser mit 75/65 °C und einen 20 °C warmen Raum. Mit Wasser von 35/30 °C in einem 24 °C warmen Bad gibt er 9,61 % davon ab, ein Badheizkörper mit 500 W also 48,04 W. Um die fehlenden 104,08 W zu decken, bräuchte er eine Katalogleistung von 1083,2 W. Ein elektrischer Heizstab im Badheizkörper oder wärmeres Wasser für das Bad ist die sicherere Lösung.

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