Zum Inhalt springen
HeatAlgo
BlogRatgeber

Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung mit Wärmepumpe: was jeder Bodenbelag bei 35-45 °C leistet

Wassertemperatur und Bodenbelag bestimmen die Leistung des Bodens. Berechnet: was 30, 35, 40 und 45 °C pro m² unter Fliese, Holz und Teppich bringen.

Gründer von HeatAlgo, Autor der Berechnungs-Engine nach DIN EN 12831 und DIN EN 1264

Die kurze Antwort, berechnet: Bei 35/30 °C Vor- und Rücklauf, 150 mm Verlegeabstand und einem Raum mit 20 °C liefert der Boden 42 W/m² unter Fliesen, 39 W/m² unter Holz und 35 W/m² unter Teppich (DIN EN 1264-2, Berechnung von HeatAlgo). Ob das reicht, hängt von der Heizlast des Raums ab - deshalb kommt die richtige Wassertemperatur aus einer Planung, nicht aus einer einzelnen Zahl.

Frag, welche Vorlauftemperatur eine Fußbodenheizung braucht, und das Netz antwortet: 35 °C. Oft stimmt das. Aber es beantwortet eine andere Frage als die, vor der ein Heizungsbauer auf der Baustelle steht, denn die Vorlauftemperatur ist keine Einstellung, die man wählt - sie ist das Ergebnis aus drei Dingen, die zusammen berechnet werden.

Kurz gesagt, für Hausbesitzer

Die eine richtige Wassertemperatur für die Fußbodenheizung gibt es nicht. Richtig ist die niedrigste, bei der der Boden die Heizlast jedes Raums noch deckt. Eine Planung ermittelt sie, und die bekannten 35 °C sind ein Beispiel, keine Regel.

„Temperatur der Fußbodenheizung“ kann drei verschiedene Zahlen meinen:

  • Vorlauf und Rücklauf. 35/30 °C heißt, das Wasser verlässt den Verteiler Richtung Heizkreise mit 35 °C und kommt mit 30 °C zurück. Beide Werte gelten bei der Norm-Außentemperatur - dem kalten Tag, für den die Heizlast berechnet wird.
  • Die Einstellung über die Heizperiode. Ein Kessel oder eine Wärmepumpe mit witterungsgeführter Regelung senkt die Vorlauftemperatur, wenn es draußen milder ist, das Wasser läuft also den größten Teil des Winters kühler als der Auslegungswert.
  • Der Boden selbst. Die Oberfläche ist viel kühler als das Wasser. Im Beispiel aus der Tabelle unten (35/30 °C, Fliese, 150 mm Verlegeabstand, ein Raum mit 20 °C) setzt die Berechnung sie im Mittel bei etwa 24 °C an. Die Grenzen nach DIN EN 1264 gelten für die wärmste Stelle des Bodens, meist über einem Rohr: 29 °C, wo man sich aufhält, 33 °C in Bädern und bis zu 35 °C in einer Randzone, einem bis zu 1 m breiten Streifen entlang einer Außenwand. HeatAlgo rechnet mit den Grenzen 29 und 33 °C und bildet die Randzone nicht ab.

Drei Temperaturen, ein Boden

35 °Ckalt → mildGrenze 29 °C≈ 24 °C35 °C30 °C
  1. Wasser in den Rohren

    35/30 °C

    Vorlauf vom Verteiler und Rücklauf zu ihm - die Auslegungswerte für den kalten Auslegungstag.

  2. Die Einstellung über die Heizperiode

    ≤ 35 °C

    Die witterungsgeführte Regelung senkt die Vorlauftemperatur, wenn es draußen milder ist.

  3. Die Bodenoberfläche

    im Mittel etwa 24 °C

    Über jedem Rohr ist sie am wärmsten, und dort gilt die Grenze: 29 °C, im Bad 33 °C.

Schematisch, nicht maßstäblich. Werte aus dem Beispiel in der Tabelle unten: Wasser mit 35/30 °C, Fliese, 150 mm Verlegeabstand, ein Raum mit 20 °C.

Eine maximale Vorlauftemperatur für jeden Boden gibt es ebenso wenig. Die Obergrenze kommt aus dieser Oberflächengrenze und aus den Temperaturen, für die Belag, Estrich und Rohr zugelassen sind. Die minimale Auslegungs-Vorlauftemperatur ist einfach die richtige: die niedrigste, bei der der Boden die Heizlast am Auslegungstag noch deckt. An milderen Tagen geht die witterungsgeführte Regelung noch tiefer. Je niedriger die Wassertemperatur, desto effizienter arbeitet eine Wärmepumpe.

Der Belag macht viel aus. Bei 35/30 °C und 150 mm Verlegeabstand berechnet HeatAlgo 42 W/m² für Fliese und Vinyl, 39 für Holz und 35 für Teppich. Fliese und Vinyl kommen gleich heraus, weil DIN EN 1264-3 die Böden einer Wohnung für einen Wärmeleitwiderstand des Belags von mindestens 0,10 m²K/W auslegt. HeatAlgo berechnet die Leistungen in den Tabellen und in dieser Zusammenfassung mit der Kennlinie nach DIN EN 1264-2:2021 für Rohr im Estrich - sie sind nicht gemessen. Die Berechnung setzt ein Rohr 16 × 2 mm aus PE-X oder PE-RT unter 45 mm Zementestrich (λ = 1,2 W/(m·K)) voraus und jeden Belag mit seinem Widerstand aus der Spalte „In der Berechnung“. Trockensysteme werden anders berechnet, ihre Leistung kommt vom Systemhersteller.

Was du im Datenblatt des Bodenbelags liest

  • Ob der Hersteller ihn für eine wassergeführte Fußbodenheizung freigibt, und wie er verlegt wird: vollflächig auf den Estrich geklebt oder schwimmend auf einer Unterlage.
  • Seinen Wärmeleitwiderstand R in m²K/W, Belag und Unterlage zusammen. Nennt das Datenblatt nur eine Stärke und einen λ-Wert, ist das R einer Schicht ihre Stärke in Metern geteilt durch λ; die Werte von Belag und Unterlage werden addiert.
  • Die höchste Temperatur, die der Hersteller zulässt, an der Bodenoberfläche oder unter dem Belag. Sie kann unter den 29 °C der Norm liegen. HeatAlgo rechnet mit 29 °C (33 °C im Bad), eine niedrigere Grenze muss also der Planer berücksichtigen.
  • Die Bedingungen für die Verlegung auf einem beheizten Estrich, etwa die Restfeuchte des Estrichs und sein erstes Aufheizen.

Nennt das Datenblatt einen höheren Widerstand als die Spalte „In der Berechnung“ in der Tabelle unten, oder eine höchste Temperatur unter 29 °C, kann der Boden weniger liefern, als die Tabellen zeigen - gib das Datenblatt an den, der die Anlage plant. Alles Weitere, was du vor einem Angebot sammeln solltest, steht in der Checkliste vor dem Angebot für die Fußbodenheizung. Hast du schon eine Planung, zeigt der Ratgeber dazu, was eine Planung der Fußbodenheizung enthalten sollte, wo diese Werte stehen.

Der technische Teil unten zeigt, was passiert, wenn man den Bedarf des Raums, den Verlegeabstand und den Belag nacheinander betrachtet: eine Tabelle der Leistung pro Quadratmeter nach DIN EN 1264-2, den Punkt, an dem ein engerer Verlegeabstand nicht mehr hilft, und die Obergrenze, über die keine Einstellung hinauskommt.

Wärme folgt einer Temperaturdifferenz, nicht der Vorlauftemperatur

Ein Boden gibt Wärme nicht „mit 35 °C“ ab. Er gibt sie im Verhältnis zur Differenz zwischen der mittleren Wassertemperatur im Heizkreis und der Raumtemperatur ab. Mittlere, nicht Vorlauf: Das Wasser gibt unterwegs Wärme ab und kommt kühler zurück, bei 35/30 °C in einem Raum mit 20 °C liegt die treibende Differenz also bei etwa 12,3 K (das logarithmische Mittel, wie DIN EN 1264-2 es ansetzt), nicht bei 15 K.

Daraus folgt die erste praktische Konsequenz: Auch die Spreizung ist ein Auslegungsparameter. Dieselbe Vorlauftemperatur mit größerer Spreizung ergibt ein niedrigeres Mittel und damit weniger Leistung. Wer eine Vorlauftemperatur ohne Rücklauf nennt, beschreibt die halbe Anlage.

Der Belag steht in der Gleichung, nicht daneben

Zwischen Rohr und Raumluft liegen der Estrich und das, was daraufkommt. Die ganze Leistung muss diese Schicht durchqueren, ihr Wärmeleitwiderstand ist also kein Detail des Ausbaus - er ist ein Glied der Berechnung. Das Fußbodenheizungsmodul von HeatAlgo leitet die lieferbare Leistung aus der Wärmeleistungskennlinie nach DIN EN 1264-2 ab: Verlegeabstand, Wärmeleitwiderstand des Belags, Estrichüberdeckung über dem Rohr und Rohrdurchmesser ergeben den Wärmeübergang des Bodens, multipliziert mit der logarithmischen Temperaturdifferenz zwischen Wasser und Raum - darüber die Grenzkurve, die von der maximalen Oberflächentemperatur gesetzt wird. Beim Belag folgt es DIN EN 1264-3: Die Böden einer Wohnung werden für einen Belag von mindestens 0,10 m²K/W ausgelegt, und der eigene Widerstand eines Belags zählt nur, wo er höher ist. Fliese und Vinyl gehen also mit 0,10 in die Berechnung ein:

BelagWärmeleitwiderstandIn der Berechnung
Fliese0,05 m²K/W0,10 m²K/W
Vinyl0,08 m²K/W0,10 m²K/W
Holz0,12 m²K/W0,12 m²K/W
Teppich0,15 m²K/W0,15 m²K/W

Die Zahlen unten sind die der Norm, für ein Rohr mit 16 mm unter 45 mm Zementestrich - ein typischer Boden, nicht das Datenblatt deines Systems. Veröffentlicht ein Hersteller eine Wärmeleistungskennlinie für eine bestimmte Systemplatte und einen bestimmten Estrich, hat diese Vorrang. Was die Zahlen unten zeigen, kann das Datenblatt eines einzelnen Herstellers nicht: wie stark sich die Antwort zwischen den Belägen verschiebt, wenn alles andere gleich bleibt.

Die berechnete Tabelle

Berechnet mit der Kennlinie nach DIN EN 1264-2, nicht auf einem Prüfboden gemessen. Raum mit 20 °C, 150 mm Verlegeabstand, Rohr mit 16 mm unter 45 mm Estrich, Grenze der Oberflächentemperatur 29 °C, jeder Belag mit dem Widerstand aus der Spalte „In der Berechnung“ oben. In Watt pro Quadratmeter.

Vorlauf/RücklaufFlieseVinylHolzTeppich
30/25 °C24242320
35/30 °C42423935
40/35 °C59595449
45/40 °C75757064

Die Tabelle klärt auch etwas, das man oft andersherum hört. Unter Holz muss das Wasser wärmer sein, nicht kühler. Bei gleicher Wassertemperatur liefert Holz weniger als Fliesen, weil sein Wärmeleitwiderstand höher ist. Der Rat, unter Holz kühleres Wasser zu fahren, betrifft die Temperaturgrenze, die der Hersteller des Bodens zulässt - eine andere Frage als die, wie viel Wärme der Raum braucht. Begrenzt der Hersteller die Temperatur, such die fehlende Leistung woanders: engerer Verlegeabstand, geringere Heizlast des Raums oder ein Heizkörper.

Dieselbe Tabelle erklärt die „70-100 W/m² bei 35 °C“, die man für geflieste Böden liest. Bei 35/30 °C liefert ein Estrichboden unter Fliesen 42 W/m². Für rund 75 W/m² braucht es Wasser mit 45/40 °C, und etwa 99 W/m² ist die Obergrenze, die die Oberflächentemperatur des Bodens setzt und über die keine Wassertemperatur eine Planung hinauskommen lässt.

Nimm die Zeile 35/30 °C, die bekannte Antwort. Einen Raum mit 50 W/m² Bedarf versorgt keiner dieser Böden: Fliese und Vinyl liefern 42 W/m², 17 % zu wenig, Holz 39 W/m², 23 % zu wenig, und Teppich 35 W/m², 30 % zu wenig. Der Unterschied zwischen dem ersten und dem letzten ist allein die oberste Schicht - die, über die zuletzt entschieden wird und die am seltensten zum Planer zurückgeht.

Der Verlegeabstand hat eine Obergrenze

Der Reflex, wenn Leistung fehlt: enger verlegen. Das wirkt, aber weniger und kürzer als erwartet. Derselbe Boden, mit Holz:

Vorlauf/Rücklauf100 mm150 mm200 mm
30/25 °C252320
35/30 °C433935
40/35 °C605449
45/40 °C777064

Bei 35/30 °C bringt der Schritt von 200 auf 150 mm 4 W/m² und der von 150 auf 100 mm weitere 4. Das sind 8 W/m² für das doppelte Rohr - und es landet trotzdem bei 43 W/m², unter den nötigen 50. Bei dieser Vorlauftemperatur gibt es keinen Verlegeabstand, der diesen Raum unter Holz versorgt. Die Temperatur muss sich bewegen: auf rund 39/34 °C, und dann reichen 150 mm.

Darum geht es in diesem Artikel. Die nötigen Watt pro Quadratmeter bestimmen den Verlegeabstand nicht. Sie bestimmen ihn nur zusammen mit Vorlauftemperatur und Belag - und manchmal gar nicht, weil bei der angenommenen Temperatur kein Verlegeabstand ausreicht.

Die Grenze, über die nichts hinausgeht

Über all dem steht eine Grenze, härter als Verlegeabstand und Temperatur zusammen: die Oberflächentemperatur des Bodens. Aufenthaltsräume sind auf 29 °C begrenzt, Bäder auf 33 °C - und das sind die beiden Fälle, die HeatAlgo abbildet. Das ist eine Grenze für Behaglichkeit und Physiologie, keine Reglereinstellung.

Diese Grenze in Watt pro Quadratmeter zu übersetzen, ist die Aufgabe der Grenzkurve nach DIN EN 1264-2, und mit ihr rechnet HeatAlgo. Für eine Grenze von 29 °C in einem Raum mit 20 °C liegt ihr Maximum bei etwa 100 W/m² - für einen Boden mit einer einheitlichen Temperatur. Ein echter Boden ist über dem Rohr wärmer als zwischen den Rohren, er erreicht 29 °C also zuerst über dem Rohr, und seine Obergrenze liegt tiefer: etwa 99 W/m² bei 150 mm und 97 bei 200 mm, für die 0,10 m²K/W, mit denen die Berechnung Fliese ansetzt.

Die Tabelle bleibt unter dieser Grenze: Bei 45/40 °C liefert Fliese 75 W/m² bei 150 mm und 84 bei 100 mm. Bei 100 mm und 50/45 °C greift sie: Die Kennlinie ergäbe 102 W/m², eine Planung darf aber nur knapp unter 100 ansetzen. Ab diesem Punkt begrenzt die zulässige Oberflächentemperatur, nicht der Verlegeabstand. Der Boden hält sich allerdings nicht selbst zurück: Liefe wirklich so warmes Wasser durch den Heizkreis, stiege die Oberfläche über den Rohren über 29 °C.

Bäder sind interessanter, als sie aussehen. Bei 24 °C Raumtemperatur erlaubte eine Grenze von 29 °C bei 45/40 °C und 100 mm nur 52 W/m², und 150 oder 200 mm änderten wenig. Mit zulässigen 33 °C steigt die Obergrenze auf etwa 100 W/m², und der Boden liefert bei 45/40 °C dann 69 W/m². Bei so warmem Wasser gibt die höhere Grenze, nicht ein engerer Verlegeabstand, dem Bad seine zusätzliche Leistung.

Bei Niedertemperatur ist es anders. Ein Bad bestimmt nicht die Vorlauftemperatur der Anlage - DIN EN 1264-3 nimmt es aus dieser Wahl heraus -, es bekommt also das Wasser, das die anderen Räume brauchen. Bei 35/30 °C bekommt dasselbe Bad bei 100 mm Verlegeabstand etwa 31 W/m²: Der wärmere Raum verkleinert die Temperaturdifferenz, und die Oberflächengrenze spielt gar keine Rolle. Ob der Boden allein ein Bad beheizen kann, hängt von seiner Heizlast, der freien Bodenfläche und der Wassertemperatur ab, und manchmal braucht es zusätzlich einen Handtuchheizkörper.

Übersteigt die Heizlast eines Raums die Obergrenze, ist mehr Rohr nicht die Antwort. Die Antwort ist ein weiterer Heizkörper oder eine geringere Heizlast.

Die Reihenfolge, die funktioniert

  1. Berechne die Heizlast des Raums - raumweise, aus einer echten Heizlastberechnung, nicht aus einem Richtwert in Watt pro Quadratmeter. Ohne diese Zahl ist der Rest geraten. Was eine Heizlastberechnung ist, durchgerechnet an einem Haus, steht im Ratgeber zur Heizlastberechnung. Berechnung nach DIN EN 12831-1 mit Standardwerten. Keine Heizlastberechnung nach DIN/TS 12831-1 bzw. ÖNORM H 7500-1 und kein Nachweis für die BEG-Förderung oder den hydraulischen Abgleich (Verfahren B).
  2. Teile sie durch die beheizte Fläche, so erhältst du die nötigen Watt pro Quadratmeter. Diese Zahl muss der Boden liefern.
  3. Leg den Belag fest, bevor du eine Temperatur wählst. Hat sich der Kunde noch nicht entschieden, plane für den ungünstigsten Fall, den du zulassen willst - die Temperatur nach dem Einbringen des Estrichs anzuheben ist billig, Rohr neu zu verlegen nicht.
  4. Finde die niedrigste Temperatur, die funktioniert, bei einem realistischen Verlegeabstand. Die niedrigste, weil jedes Grad weniger die Rechnung der ganzen Heizperiode senkt.
  5. Prüfe die Obergrenze der Oberfläche. Liegt die nötige Leistung darüber, geh zurück zur Heizlast des Raums, nicht zum Verlegeabstand.
  6. Erst jetzt rechnest du die Heizkreislänge, denn erst jetzt kennst du den Verlegeabstand. Wie das geht und warum die verbreitete Formel gleichzeitig in zwei Richtungen falsch liegt, steht in einem eigenen Artikel zu Verlegeabstand und Heizkreislänge. Durchgerechnete Beispiele für Räume von 12 bis 40 m² zeigen, wie viele Heizkreise und wie viel Rohr jeder Verlegeabstand braucht.
Heizkreislänge für deinen Raum berechnen

Was das für eine Wärmepumpe bedeutet

Eine Wärmepumpe erzeugt keine Wärme, sie verschiebt sie, und die Kosten dafür steigen mit dem Abstand zwischen der Wärmequelle und der Wassertemperatur, die sie erreichen muss. Jedes Grad, um das die Vorlauftemperatur sinkt, verbessert die Jahresarbeitszahl des Geräts - den ganzen Winter, nicht nur an Auslegungstagen.

Die Entscheidung über den Verlegeabstand ist also eine Entscheidung über die Betriebskosten. Ein engerer Verlegeabstand kostet einmal, beim Einbau. Die höhere Vorlauftemperatur, die ein weiterer Abstand oder ein Holzboden erzwingt, kostet jeden Monat, so lange die Anlage läuft. Es ist derselbe Zusammenhang wie bei der Auslegung einer Wärmepumpe - eine passende Anlage und ein passendes Gerät sind eine Aufgabe, nicht zwei.

Kurze Antworten

Einzelne Fragen, jede mit einer in HeatAlgo berechneten Zahl:

Die Prüfung am Schluss

Die Vorlauftemperatur ist kein Ergebnis an sich. Das Ergebnis ist, ob jeder Raum so viel Leistung bekommt, wie er verliert. Der letzte Schritt ist deshalb der Vergleich der lieferbaren Leistung mit der berechneten Heizlast, Raum für Raum - denn ein einziger Raum mit Holzboden kann die Temperatur für die ganze Anlage festlegen.

Im Fußbodenheizungsmodul passiert dieser Vergleich von selbst: Jeder Abschnitt hat seinen eigenen Verlegeabstand und Belag, und HeatAlgo markiert ein Defizit überall dort, wo der Boden die Heizlast nicht deckt.

Wo diese Werte in den Unterlagen stehen, erklärt der Ratgeber dazu, was eine Planung der Fußbodenheizung enthalten sollte.

Diese Zahlen stammen aus derselben Engine, die unser Referenzhaus berechnet hat, mit allen Eingaben zum Nachprüfen veröffentlicht. Zur Methode: ein vollständig berechnetes Referenzhaus.

Kostenloses Konto erstellen

Die App ist auf Englisch.

HeatAlgo-Newsletter

Neue Ratgeber, Neuerungen in HeatAlgo und Angebote - direkt in dein Postfach, auf Englisch. Du bestätigst die Anmeldung über einen Link, den wir dir schicken.

Du hast eine Frage oder Anmerkung?

Ich antworte persönlich, auf Englisch - meist innerhalb von 24 Stunden.

Du hast eine ähnliche Frage? Schau in die häufigen Fragen unten ↓

FAQ

Häufige Fragen

Welche Vorlauftemperatur ist für die Fußbodenheizung richtig?

Den einen richtigen Wert gibt es nicht - richtig ist die niedrigste Temperatur, bei der der Boden die Heizlast des Raums noch deckt. Sie hängt von drei Dingen zugleich ab: wie viele Watt pro Quadratmeter der Raum braucht, vom Verlegeabstand und davon, was über dem Rohr liegt. Die bekannten „35 °C“ sind keine Empfehlung, sondern der Wert, der im typischen Fall zufällig passt: ein gut gedämmtes Gebäude, 150 mm Verlegeabstand, Fliesen. Tausch den Belag gegen Holz, und bei denselben 35/30 °C liefert derselbe Boden 39 statt 42 W/m².

Beeinflusst der Bodenbelag die Vorlauftemperatur?

Entscheidend. Die Schicht über dem Rohr ist ein Wärmeleitwiderstand, den die ganze Wärme überwinden muss. HeatAlgo setzt Fliese mit 0,05 m²K/W an, Vinyl mit 0,08, Holz mit 0,12 und Teppich mit 0,15, legt aber nie mit weniger als 0,10 aus: DIN EN 1264-3 legt die Böden einer Wohnung für einen Belag von 0,10 m²K/W aus und nimmt den eigenen Wert eines Belags nur, wo er höher ist, Fliese und Vinyl werden also mit 0,10 gerechnet. Bei 35/30 °C mit 150 mm Verlegeabstand in einem Raum mit 20 °C ergibt die Kennlinie nach DIN EN 1264-2 dann 42 W/m² für Fliese und Vinyl, 39 für Holz und 35 für Teppich - dieselbe Anlage, eine Spanne von bis zu 16 % allein durch die oberste Schicht. Der Belag muss deshalb feststehen, bevor die Temperatur gewählt wird, nicht erst ausgesucht werden, wenn das Rohr schon liegt.

Sollte die Vorlauftemperatur unter Holz niedriger sein als unter Fliesen?

Nicht, wenn der Boden denselben Raum beheizen soll. Holz hat einen höheren Wärmeleitwiderstand als Fliesen, bei gleicher Wassertemperatur liefert es also weniger: bei 35/30 °C und 150 mm Verlegeabstand 39 W/m² statt 42. Um dasselbe zu liefern, muss das Wasser wärmer sein. Der Rat, unter Holz kühleres Wasser zu fahren, vermischt zwei Dinge: die Temperaturgrenze, die der Hersteller des Bodens erlaubt, und die Temperatur, die der Raum braucht. Begrenzt der Hersteller die Temperatur, muss die fehlende Leistung woanders herkommen: engerer Verlegeabstand, geringere Heizlast des Raums oder ein Heizkörper.

Welche Leistung pro m² bringt eine Fußbodenheizung bei 35 °C?

Bei 35/30 °C, 150 mm Verlegeabstand und einem Raum mit 20 °C liefert ein Estrichboden 42 W/m² unter Fliesen und Vinyl, 39 unter Holz und 35 unter Teppich (DIN EN 1264-2, Berechnung von HeatAlgo). Zahlen von 70-100 W/m², die man liest, gehören zu wärmerem Wasser oder zur Grenze der Oberflächentemperatur: Bei 45/40 °C liefert derselbe geflieste Boden 75 W/m², und die Grenze bei 29 °C Oberfläche liegt bei 150 mm Verlegeabstand bei etwa 99 W/m².

Kann ein engerer Verlegeabstand eine höhere Vorlauftemperatur ersetzen?

Nur bis zu einem gewissen Punkt. Ein engerer Verlegeabstand steigert die Leistung, aber mit einer Obergrenze: Bei 35/30 °C unter Holz bringt selbst der engste Abstand von 100 mm 43 W/m², ein Raum mit 50 W/m² Bedarf lässt sich bei dieser Temperatur also mit keinem Verlegeabstand versorgen. Du musst die Vorlauftemperatur anheben, die Heizlast des Raums senken oder den Belag ändern. Immer enger zu verlegen ist keine Lösung: Der Schritt von 200 auf 150 mm und der von 150 auf 100 mm bringen je etwa 4 W/m², aber der zweite kostet doppelt so viel zusätzliches Rohr.

Wie hoch darf die Oberflächentemperatur des Bodens sein?

29 °C in Aufenthaltsräumen und 33 °C in Bädern - eine Auslegungsgrenze: Kein Verlegeabstand und kein wärmeres Wasser erlaubt es einer Planung, mehr Leistung anzusetzen, als sie zulässt. In einer Randzone, einem bis zu 1 m breiten Streifen entlang einer Außenwand, erlaubt die Norm bis zu 35 °C, HeatAlgo berechnet diese Zone aber nicht gesondert. Was das in Watt pro Quadratmeter bedeutet, gibt die Grenzkurve nach DIN EN 1264-2 an, mit der HeatAlgo rechnet: höchstens etwa 100 W/m² für eine Grenze von 29 °C in einem Raum mit 20 °C, bei einem realen Verlegeabstand weniger, weil der Boden zwischen den Rohren kühler ist als über ihnen - etwa 99 W/m² bei 150 mm, für die 0,10 m²K/W, mit denen die Berechnung Fliese ansetzt. So oder so ist es eine Obergrenze: Verlangt die Heizlastberechnung mehr, muss der Rest aus etwas anderem kommen, zum Beispiel aus einem Heizkörper.

Warum senkt eine niedrigere Vorlauftemperatur die Betriebskosten einer Wärmepumpe?

Weil die Effizienz einer Wärmepumpe vom Abstand zwischen der Temperatur ihrer Wärmequelle und der Wassertemperatur abhängt, die sie erzeugen muss. Je kleiner dieser Abstand, desto weniger Strom pro Einheit Wärme. Deshalb passen Fußbodenheizung und Wärmepumpe zusammen, und deshalb kann sich ein Verlegeabstand von 100 statt 150 mm bezahlt machen: Er liefert dieselbe Leistung mit kühlerem Wasser, an jedem Tag der Heizperiode.

Blog

Mehr zum Thema

Ratgeber

Fußbodenheizung fräsen: Nachrüsten im vorhandenen Estrich oder ein Aufbausystem?

Beim Fräsen werden Rillen für eine wassergeführte Fußbodenheizung in den vorhandenen Estrich geschnitten. Wann der Boden passt und was ins Angebot gehört.

Ratgeber

Heizkreisverteiler der Fußbodenheizung: Abstellraum, unter der Treppe oder zentral?

Wohin mit dem Heizkreisverteiler der Fußbodenheizung? Zwei Positionen in einem Geschoss, von HeatAlgo nachgerechnet, und was du deinen Heizungsbauer fragst.

Ratgeber

Fußbodenheizung im Altbau nachrüsten: was du zuerst misst

Neuer Estrich oder Fräsen? Miss die Höhen an Türen, Schwellen und Treppen, kläre den Bodenaufbau und prüfe die Heizlast jedes Raums. Mit Arbeitsblatt.

Ratgeber

Fußbodenheizung planen: Verlegeplan, Heizkreisliste und Heizlast prüfen

Verlegeplan, Raumberechnung, Heizkreisdaten und Leistungsumfang einer Planung für die Fußbodenheizung prüfen. Mit Arbeitsblatt zum Angebotsvergleich.

Ratgeber

Angebot für die Fußbodenheizung: Checkliste zur Vorbereitung und zum Vergleich

So bereitest du ein Angebot für eine wassergeführte Fußbodenheizung vor: Grundrisse, Dämmung, Bodenbeläge, Heizungsanlage und Fragen an den Heizungsbauer.

Ratgeber

Fußbodenheizung aus dem Grundriss: Die KI zeichnet Abschnitte und Heizkreise

Grundriss als PDF, PNG, JPG, HEIC, DWG oder DXF hochladen, Maßstab kalibrieren, und HeatAlgo zeichnet Abschnitte mit Verlegemustern nach DIN EN 1264.

Ratgeber

Algo, der KI-Assistent in HeatAlgo: was er kann, wo du ihn findest und wo seine Grenzen liegen

Wo du Algo AI öffnest, wie er Baupläne liest und ein Projekt prüft, die Modi Propose und Automatic, Rückgängig, Dateien, Quellen und das monatliche Limit.

Ratgeber

Kontrollierte Wohnraumlüftung planen in HeatAlgo (Beta): sechs Schritte von den Räumen bis zur Bilanz und zum Gerät

Die sechs Schritte des Lüftungsmoduls: Gebäude, Räume und Luftvolumenströme, Kanäle auf den Grundrissen, das Gerät aus EPREL, Betriebsstufen und die Luftbilanz.

Ratgeber

Fußbodenheizung: Verlegeabstand 100, 150 oder 200 mm, und wie lang ein Heizkreis sein darf

Die Formel (Fläche ÷ Verlegeabstand) × 1,1 kennt weder die Anbindeleitung zum Verteiler noch den Wandabstand. So weit liegt sie daneben, so rechnest du richtig.

Ratgeber

Split-Wärmepumpen-Verbot 2027: was vom Markt geht und was bleibt

Nein, eine installierte Wärmepumpe muss nicht raus. Ab 1. Januar 2027 gehen Split-Luft-Wasser-Geräte bis 12 kW mit einem GWP ab 150 vom Markt. Die Fristen.

Ratgeber

Wärmepumpe überdimensioniert: Takten, und wie du die kW-Angabe im Angebot prüfst

Warum eine Wärmepumpe „mit Reserve“ taktet, Jahresarbeitszahl verliert und den Verdichter verschleißt - und wie du sie nach Berechnung auslegst.

Ratgeber

Glossar für Bauherren: was die Begriffe im Formular deines Heizungsbauers bedeuten

Dein Heizungsbauer fragt nach Grundrissen, Schnitten und einer Fensterliste? Was jedes dieser Dokumente ist, wozu es gebraucht wird und wo du es findest.

Ratgeber

Glossar für Heizungsbauer: Heizlast, U-Wert, Lambda, Wärmebrücken

Begriffe aus Heizlastberechnung und Auslegung erklärt: U-Wert, Lambda, Wärmedurchlasswiderstand, Wärmebrücken, n50, Bivalenzpunkt, SCOP und Heizkurve.

Ratgeber

Heizlastberechnung raumweise: was sie ist und warum W/m²-Faustwerte versagen

Die Heizlast ist die Leistung, die ein Haus in der kältesten Stunde des Jahres braucht, nach DIN EN 12831-1. Beispiel: 102,2 m², 4586,89 W. Was von ihr abhängt.

Ratgeber

Fußbodenheizung in HeatAlgo planen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Grundriss hochladen und kalibrieren, Abschnitte selbst oder mit Algo AI zeichnen, Heizkreise an den Verteiler anschließen und Bericht und Plan als PDF laden.

Ratgeber

Kundenformular an den Kunden senden und vollständige Daten bekommen - eine Anleitung

Vom Anlegen des Projekts bis zur Übernahme der Kundendaten - eine einfache Anleitung Schritt für Schritt, Bildschirm für Bildschirm, ohne Fachchinesisch.

Erstelle ein kostenloses HeatAlgo-Konto

Von den Kundendaten zum fertigen Heizungsprojekt, alles an einem Ort.

Die App ist auf Englisch.