Die kurze Antwort: Die maximale Länge eines Heizkreises der Fußbodenheizung rechnet man einschließlich der Anbindeleitung zum Verteiler, und sie hängt vom Rohrdurchmesser und vom System ab. HeatAlgo warnt bei Rohr 16x2 ab 80 m und fordert ab 90 m die Teilung des Heizkreises; bei 17x2 liegen die Schwellen bei 90 m und 100 m. Die Angaben des Systemherstellers haben Vorrang. Wie viele Heizkreise Räume von 12 bis 40 m² brauchen, steht in der Tabelle unten.
Viele Ratgeber zur Fußbodenheizung nennen eine schnelle Formel: Bodenfläche geteilt durch den Verlegeabstand, mal 1,1 als Zuschlag. Sie ist schnell gerechnet und leicht zu merken. Das Problem: Sie lässt genau die zwei Dinge weg, die entscheiden, ob der Heizkreis überhaupt in die Grenze passt - und sie liegt gleichzeitig in zwei entgegengesetzte Richtungen daneben.
Das Wichtigste in Kürze
Du baust oder sanierst und vergleichst Angebote für eine Fußbodenheizung? Die Heizkreise musst du nicht selbst berechnen. Es hilft aber zu wissen, was die Zahlen in einer Planung oder einem Angebot bedeuten.
- Die Heizkreislänge ist das ganze Rohr eines Kreises. Also das Rohr im Raum plus die Anbindeleitung: Vor- und Rücklauf zwischen Raum und Verteiler. Die verbreitete Flächenformel lässt die Anbindeleitung weg.
- Der Verlegeabstand kommt aus einer Berechnung, nicht aus der Fläche. Er hängt davon ab, wie viel Wärme der Raum braucht, vom Bodenbelag und von der Wassertemperatur.
- Prüfe die zulässige Heizkreislänge in den Unterlagen deines Systemherstellers. Die Längengrenzen in diesem Artikel (80, 90 und 100 m) sind die Schwellen von HeatAlgo. Für dein Projekt entscheiden die Daten des gewählten Systems.
- Ein Heizkreis ist noch keine Planung. Eine vollständige Planung schließt jeden Heizkreis an den Verteiler an und prüft, ob der Boden in jedem Raum die nötige Wärme liefert.
Wenn du noch Pläne und Angaben sammelst, fang mit der Checkliste vor dem Angebot für die Fußbodenheizung an. Liegt dir schon eine Planung vor, lies, was eine Planung der Fußbodenheizung enthalten sollte. Der Rest dieses Artikels ist technischer: woher die Längengrenzen kommen und wie weit die verbreitete Formel danebenliegt.
Woher die Längengrenze kommt
Die Grenze ist keine Konvention, sie folgt aus dem hydraulischen Widerstand. Wasser, das durch ein Rohr fließt, verliert durch Reibung Druck, und der Verlust wächst mit der Länge. Ein zu langer Kreis bedeutet dreierlei: Die Pumpe muss mehr Widerstand überwinden, die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf wird größer, und der hydraulische Abgleich dieses Kreises gegen die anderen am selben Verteiler wird schwierig oder unmöglich.
Deshalb geben die Systemhersteller eine maximale Heizkreislänge an, meist für jeden Rohrdurchmesser eine eigene. Prüfe sie im Datenblatt deines Systems - die Werte, die im Netz kursieren, unterscheiden sich für denselben Durchmesser um Dutzende Meter. HeatAlgo arbeitet mit eigenen Schwellen und rechnet die Anbindeleitung zum Verteiler immer mit ein, denn das Wasser fließt durch die Anbindeleitung genauso wie durch die Verlegefläche. Bei Rohr 16x2 warnt es ab 80 m, und ab 90 m - seiner harten Grenze - fordert es die Teilung des Heizkreises. Bei Rohr 17x2 liegen diese Schwellen bei 90 m und 100 m. Die Planung blockiert es nicht. Es sind Einstellungen von HeatAlgo - sie ersetzen nicht die Daten deines Systemherstellers.
Was die Formel weglässt
Der Wandabstand
Ein Heizkreis wird nicht bis an die Wand verlegt. Der Rechner von HeatAlgo hält 10 cm Abstand zu den Wänden. Im Fußbodenheizungsmodul ist das die Einstellung Pipe distance from wall in den Projektparametern: 100 mm als Standard, einstellbar von 30 bis 500 mm, auch pro Abschnitt. Die Anleitung zum Modul zeigt, wo du sie findest. Die Montageanleitung deines Systems nennt den empfohlenen Abstand. Die Fläche, die das Rohr tatsächlich belegt, ist also kleiner als die Bodenfläche des Raums - und die Formel rechnet mit der ganzen Fläche. Dieser Fehler überschätzt das Ergebnis.
Die Anbindeleitung zum Verteiler
Vom Verteiler zum Raum führt ein Rohrpaar: Vor- und Rücklauf. Steht der Verteiler 15 m entfernt, sind das 30 m Rohr, die in der Verlegefläche gar nicht auftauchen - und die in dieser Formel fehlen. Manche Ratgeber rechnen sie separat als doppelte Entfernung zum Verteiler hinzu - zu Recht. Dieser Fehler unterschätzt das Ergebnis, und er wächst, je weiter der Verteiler entfernt ist.
Die Umlenkungen
Am Ende jeder Bahn oder jedes Rings wendet das Rohr und muss die Anbindeleitung erreichen. Diese Stücke legen einige Prozent auf die Fläche geteilt durch den Verlegeabstand drauf. Der Bogen selbst verlängert das Rohr nicht: Er ist kürzer als eine rechtwinklige Umlenkung. Das ist die kleinste der drei Korrekturen. Ratgeber beschreiben den Faktor 1,1 als Zuschlag für Bögen, Formteile und Verschnitt. In der Tabelle unten schlägt er 10 % auf, mehr als die Umlenkungen ausmachen.
Was zur Heizkreislänge gehört
In diesem Artikel, im Rechner und im Modul von HeatAlgo bedeutet Heizkreislänge das ganze Rohr eines Kreises: das Rohr in der Verlegefläche plus die Anbindeleitung zum Verteiler und zurück. Diese Summe wird mit der Grenze verglichen. Es ist nicht das Rohr für das ganze Haus - bei mehreren Heizkreisen hat jeder seine eigene Anbindeleitung. Die Länge sagt auch nicht, ob der Verlegeabstand stimmt oder ob der Boden den Raum warm bekommt. Das prüft man getrennt, indem man die Leistung des Heizkreises mit der Heizlast des Raums vergleicht.
Wie weit die Formel danebenliegt, nachgerechnet
Ein Raum, 3,2 m breit und 4,0 m lang, also 12,8 m². Der Verteiler steht 15 m entfernt, und die Anbindeleitung führt von dort geradlinig zur Mitte der längeren, 4 m langen Wand. Die Reihenfolge der Maße ist wichtig - andersherum eingegeben ergeben sie einen anderen Heizkreis und andere Zahlen. Die Spalte „Formel“ ist (12,8 ÷ Verlegeabstand) × 1,1; die Spalte „Rohr gesamt“ ist das Ergebnis aus der echten Heizkreisgeometrie einschließlich Anbindeleitung.
Die Geometrie-Engine von HeatAlgo hat die Tabelle am 23. September 2026 berechnet: 10 cm Wandabstand (wie im Rechner und als Standard im Modul), Biegeradien von 50 bis 80 mm je nach Verlegeabstand und eine gerade Anbindeleitung. Es ist eine Berechnung, kein Aufmaß auf der Baustelle.
| Verlegeabstand | Formel | Im Raum | Anbindeleitung | Rohr gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 10 cm | 140,8 m | 115,0 m | 29,7 m | 144,8 m |
| 15 cm | 93,9 m | 77,0 m | 29,6 m | 106,6 m |
| 20 cm | 70,4 m | 59,5 m | 29,6 m | 89,1 m |
| 25 cm | 56,3 m | 46,8 m | 29,7 m | 76,5 m |
| 30 cm | 46,9 m | 39,2 m | 29,7 m | 68,9 m |
Bei 10 und 15 cm ist ein einzelner Heizkreis länger als 100 m, dieser Raum braucht also zwei Kreise. Die Spalte „Rohr gesamt“ zeigt ihn dann als einen ungeteilten Kreis. Nach der Teilung hat jeder Kreis seine eigene Anbindeleitung, der Raum braucht insgesamt also mehr Rohr.
Dahinter steckt ein Muster. In jeder Zeile überschätzt die Formel das Rohr im Raum - um 25,8 m bei 10 cm, um 7,7 m bei 30 cm. Und in jeder Zeile unterschätzt sie die Gesamtlänge, weil die Anbindeleitung fehlt. Die beiden Fehler zeigen in entgegengesetzte Richtungen und heben sich teilweise auf: Bei engem Verlegeabstand gleicht der Fehler beim Wandabstand die fehlende Anbindeleitung fast aus, und die Formel wirkt ungefähr richtig. Bei weitem Verlegeabstand überwiegt die Anbindeleitung, und die Formel liegt deutlich zu niedrig.
Entscheidend ist die Zeile mit 15 cm. Die Formel ergibt 93,9 m, der echte Kreis ist 106,6 m lang - die Formel liegt 12,7 m zu kurz. Genau darum geht es: 12,7 m sind mehr als die 10 m zwischen den aufeinanderfolgenden Schwellen von HeatAlgo (80, 90 und 100 m). Gemessen an 100 m, der harten Grenze von HeatAlgo für Rohr 17x2 und der Grenze des Rechners, sagt die Formel „ein Heizkreis reicht“, richtig sind zwei. Bei jeder anderen Grenze kann derselbe Fehler dich genauso leicht auf die falsche Seite bringen - denn es fehlt die komplette Anbindeleitung, und die ist hier 29,6 m lang.
Der Unterschied ist nicht akademisch: Es geht um die Zahl der Heizkreise, entschieden auf der Baustelle anhand einer Zahl, in der die Entfernung zum Verteiler fehlt.
Deinen eigenen Raum berechnenFußbodenheizung: Verlegeabstand richtig wählen
Der Verlegeabstand ist weder Geschmackssache noch eine Frage der Fläche allein. Er folgt daraus, wie viel Wärme der Boden an den Raum abgeben muss. Enger verlegtes Rohr liefert bei gleicher Vorlauftemperatur mehr Watt pro Quadratmeter - und umgekehrt braucht ein weiterer Verlegeabstand eine höhere Temperatur für dieselbe Leistung.
Daraus ergibt sich die Reihenfolge in der Praxis:
- Beginne mit der Heizlast des Raums. Ohne sie ist die Wahl des Verlegeabstands geraten. Gemeint ist eine raumweise Heizlastberechnung, kein Richtwert pro Quadratmeter. Berechnung nach DIN EN 12831-1 mit Standardwerten. Keine Heizlastberechnung nach DIN/TS 12831-1 bzw. ÖNORM H 7500-1 und kein Nachweis für die BEG-Förderung oder den hydraulischen Abgleich (Verfahren B).
- Prüfe, ob der Boden diese Leistung bringt - bei der geplanten Vorlauftemperatur und mit dem gewählten Bodenbelag. Fliesen leiten Wärme weit besser als Holz oder Teppich.
- Plane in einer Randzone einen engeren Abstand ein, entlang von Außenwänden und unter großen Fenstern, wo die Verluste am höchsten sind. In HeatAlgo ist eine Randzone Teil desselben Heizkreises, nur enger verlegt.
- Prüfe die Länge - erst jetzt, denn erst jetzt kennst du den Verlegeabstand.
Der Rechner bietet fünf Verlegeabstände: 10, 15, 20, 25 und 30 cm. Im Fußbodenheizungsmodul kannst du auch einen eigenen Abstand von 50 bis 300 mm in 5-mm-Schritten eingeben, und Apply the recommended spacing wählt den weitesten von 200, 175, 150, 125 und 100 mm, bei dem der Boden die Heizlast des Raums deckt. Die Einzelheiten stehen in der Anleitung zum Modul.
Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto mehr lohnt sich ein engerer Verlegeabstand - und das ist die direkte Verbindung zur Wärmepumpe, deren Jahresarbeitszahl steigt, wenn sie kühler fahren kann. Dieselbe Leistung bei 30 °C statt 40 °C bedeutet über einen ganzen Winter eine andere Stromrechnung. Wie Wassertemperatur, Bodenbelag und Verlegeabstand zusammen die Leistung eines Bodens bestimmen, erklärt der Ratgeber zur Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung.
Wann man in zwei Heizkreise teilt
Meist aus einem von zwei Gründen.
Länge. Ein Kreis einschließlich Anbindeleitung überschreitet den zulässigen Wert. Teile die Fläche in zwei Abschnitte ähnlicher Größe - ähnlich, weil sich zwei sehr unterschiedlich lange Heizkreise an einem Verteiler schlecht abgleichen lassen. Jeder Abschnitt ist dann ein eigener Heizkreis mit eigenem Vor- und Rücklauf zum Verteiler: Die Teilung teilt das Rohr im Raum, nie die Anbindeleitung. Zwei Kreise brauchen also zusammen mehr Rohr als einer. Jeder muss für sich in die Grenze passen, und eine lange Anbindeleitung kann einen dritten Kreis oder mehr erfordern. Kommt schon die Anbindeleitung allein in die Nähe der Grenze, hilft Teilen nicht mehr - dann rückt der Verteiler näher, oder ein zweiter kommt dazu.
Form. L- und T-Formen, schmale Durchgänge, Nischen und Hindernisse können es unmöglich machen, einen einzelnen Heizkreis ohne Rohrkreuzungen oder unbelegte Stellen zu verlegen. Das ist keine Frage der Meter, sondern der Geometrie. Die ehrliche Antwort lautet dann „teilen“, nicht „etwas zeichnen, das sich nicht verlegen lässt“.
HeatAlgo schlägt außerdem eine Teilung vor, wenn der Volumenstrom in einem Heizkreis über 1,5 l/min liegt. Das ist die Empfehlungsschwelle der Software - ob geteilt wird, entscheidet die Planung für das gewählte System.
Wie viele Heizkreise pro Raum - sechs Beispiele
Dieselbe Rechnung für sechs typische Räume. Annahmen: Verteiler 8 m vom Raum entfernt, 10 cm Wandabstand, eine Grenze von 100 m pro Kreis, wie im Rechner. „Ein Heizkreis“ ist das ganze Rohr, wenn der Raum nur einen Kreis hätte, Anbindeleitung eingeschlossen. Wo es 100 m überschreitet, bekommt der Raum mehr Kreise, jeder mit eigener Anbindeleitung. Öffne einen Raum, um seinen Verlegeplan und jeden Verlegeabstand zu sehen.
| Raum | Maße | Ein Heizkreis bei 150 mm, mit Anbindeleitung | Heizkreise bei 150 mm | Heizkreise bei 200 mm |
|---|---|---|---|---|
| Raum 12 m² | 3 × 4 m | 89,0 m | 1 | 1 |
| Raum 16 m² | 4 × 4 m | 114,4 m | 2 | 1 |
| Raum 20 m² | 4 × 5 m | 139,4 m | 2 | 2 |
| Raum 25 m² | 5 × 5 m | 172,1 m | 2 | 2 |
| Raum 30 m² | 5 × 6 m | 203,1 m | 3 | 2 |
| Raum 40 m² | 5 × 8 m | 265,1 m | 3 | 3 |
Ein Wohnzimmer mit 30 m² braucht also drei Heizkreise bei 150 mm und zwei bei 200 mm. Der Verlegeabstand folgt trotzdem aus der Leistung, die der Raum braucht, nicht aus der Zahl der Kreise: Ein weiterer Abstand liefert bei gleicher Wassertemperatur weniger Wärme.
Kurze Antworten
Einzelne Fragen, jede mit einer in HeatAlgo berechneten Zahl:
- Wie viel Rohr braucht die Fußbodenheizung in einem Haus mit 100 m²? - ein ganzes Haus, mit Anbindeleitungen und Rollen.
Die Prüfung am Schluss
Die Heizkreislänge ist kein Ergebnis an sich. Das Ergebnis ist die Antwort auf die Frage, ob dieser Boden die Heizlast des Raums deckt. Der letzte Schritt ist deshalb der Vergleich der Leistung des Heizkreises mit der Heizlast des Raums aus der Heizlastberechnung - und reicht sie nicht, gehst du zurück zum Verlegeabstand oder zur Vorlauftemperatur, bevor irgendetwas auf die Baustelle geht.
Deshalb rechnet der Rechner in diesem Artikel auch nur einen rechteckigen Raum und nicht mehr. Ein echtes Projekt sind mehrere Räume an einem Verteiler, jeder mit eigener Heizlast und eigenem Verlegeabstand, dazu der Abgleich des Ganzen. L- und T-Formen, Dachschrägen, Hindernisse und mehrere Geschosse übernimmt das Fußbodenheizungsmodul.
Wenn du schon eine Planung hast und prüfen willst, ob diese Größen darin stehen, lies, was eine Planung der Fußbodenheizung enthalten sollte.
Diese Zahlen stammen aus derselben Engine, die unser Referenzhaus berechnet hat, mit allen Eingaben zum Nachprüfen veröffentlicht. Zur Methode: ein vollständig berechnetes Referenzhaus.
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