Eine brauchbare Planung für eine wassergeführte Fußbodenheizung verbindet drei Dinge: was jeder Raum braucht, wie der geplante Boden es liefert und wo die Rohre liegen. Zeichnungen und Berechnungen sollten denselben Stand deines Hauses beschreiben, mit genug Details, damit dein Heizungsbauer das vorgeschlagene System prüfen kann.
Wenn du Angebote vergleichst, frag nach der Zeichnung, den zugehörigen Berechnungen und einer klaren Aussage, wer was prüft und einbaut. Ein Bild der Heizkreise hilft, aber du musst auch die Eingaben und Entscheidungen dahinter verstehen.
Dieser Ratgeber hilft dir, diese Angaben zu lesen und deine Fragen an den Heizungsbauer zu ordnen. Wenn du noch Grundrisse und Produktangaben sammelst, fang mit der Checkliste vor dem Angebot für die Fußbodenheizung an.
Beginne mit Stand und Umfang der Zeichnung
Prüfe, ob die Zeichnung deine geplante Raumaufteilung zeigt. Ein älterer Küchenplan kann eine ordentlich aussehende Heizungszeichnung unbrauchbar machen, sobald sich eine Kücheninsel, eine Tür oder eine Wand verschiebt.
Achte auf Projektname, Geschoss, Revision oder Ausgabedatum, Raumbezeichnungen und eine Maßstabsangabe. Frag, welche Maße geprüft und welche aus der ursprünglichen Zeichnung übernommen wurden. Notiere alles, was sich noch ändern kann.
Die Zeichnung sollte die geplanten beheizten Flächen und Rohrführungen verständlich machen. Besprich feste Möbel, Sanitärobjekte und andere Einschränkungen mit dem Heizungsbauer, statt anzunehmen, dass eine Ausschlussregel für jedes System gilt.
Deine ersten Fragen können einfach sein:
- Ist das der aktuelle Grundriss?
- Welche Räume und Flächen deckt diese Planung ab?
- Welche Maße oder Entscheidungen zum Grundriss warten noch auf Bestätigung?
- Wer passt die Planung an, wenn sich diese Entscheidungen ändern?
Fußbodenheizung planen: Wie wurden Heizlast und Leistung des Bodens geprüft?
Frag nach der Heizlast jedes Raums und den Annahmen, mit denen sie berechnet wurde. Die Heizlast wird raumweise nach DIN EN 12831-1 berechnet. Berechnung nach DIN EN 12831-1 mit Standardwerten. Keine Heizlastberechnung nach DIN/TS 12831-1 bzw. ÖNORM H 7500-1 und kein Nachweis für die BEG-Förderung oder den hydraulischen Abgleich (Verfahren B). Frag dann, wie die geplante Leistung des Bodens gegen diese Heizlast geprüft wurde. Die Raumfläche allein erklärt keinen dieser beiden Werte.
Bei Rohren im Estrich kommt die Leistung des Bodens aus der Wärmeleistungskennlinie nach DIN EN 1264-2: Verlegeabstand, Wärmeleitwiderstand des Belags, Estrichüberdeckung über dem Rohr und Rohrdurchmesser ergeben den Wärmeübergang des Bodens, multipliziert mit der logarithmischen Temperaturdifferenz zwischen Wasser und Raum - darüber die Grenzkurve, die von der maximalen Oberflächentemperatur gesetzt wird. Deshalb ist der Wechsel von einem Bodenbelag zum anderen ein Grund, die Eingaben der Planung neu zu prüfen, auch wenn beide Produkte als geeignet für Fußbodenheizung beworben werden. Holzböden mit Wärmeleitblechen und flache Aufbauplatten nutzen andere Rechenmodelle oder geprüfte Leistungsangaben des Herstellers.
Einen allgemeingültigen Verlegeabstand oder eine Wassertemperatur musst du nicht selbst wählen. Frag, wo die gewählten Werte dokumentiert sind und wer sie für dein System bestätigt. Unser Ratgeber zur Vorlauftemperatur erklärt den Zusammenhang zwischen Temperatur, Belag und Leistung.
Die Heizkreise der Zeichnung im Bericht wiederfinden
Die Bezeichnung eines Heizkreises verbindet eine Linie in der Zeichnung mit einer Zeile im Bericht. Bitte den Planer oder Heizungsbauer, dir einen Heizkreis von Anfang bis Ende zu zeigen, samt seinem Weg zum Verteiler und zurück.
Nützliche Angaben sind die Rohrspezifikation, der Verlegeabstand, die Länge und der berechnete Volumenstrom - Volumenstrom und Spreizung eines Heizkreises folgen DIN EN 1264-3. Hat ein Raum mehrere Heizkreise, prüfe, ob Zeichnung und Liste sie gleich bezeichnen. Frag auch, was die angegebene Länge umfasst; eine Länge nur im Raum und eine vollständige Heizkreislänge sind verschiedene Größen.
Der Ratgeber zu Verlegeabstand und Heizkreislänge erklärt, warum der Weg außerhalb des beheizten Raums zählt. Prüfe Grenzwerte mit den Vorgaben deines gewählten Systems, statt eine einzelne Zahl aus einem Beispiel im Netz als allgemeingültig zu nehmen.
Beispiel: eine Heizkreisliste lesen
Unten steht die Heizkreisliste aus einem HeatAlgo-Bericht für Cedar House, ein fiktives Beispielprojekt. Ihre Werte zeigen die Felder des Berichts; sie sind keine empfohlenen Einstellungen für ein anderes Haus.
| Raum | FBH-Leistung [W] | Heizlast [W] | Bilanz [W] |
|---|---|---|---|
| Küche | 747 | 650 | 97 |
| Wohnen / Essen | 1875 | 1861 | 14 |
| Schlafzimmer | 813 | 694 | 119 |
| Summe | 3435 | 3205 | 230 |
Die Heizlast steht auf Raumebene, und die Bilanz vergleicht die Leistung des Bodens mit dieser Heizlast. HeatAlgo legt den Boden auf die ganze Heizlast des Raums aus, wie DIN EN 1264-3 es verlangt (4.1.3.2, Formel (5)). Sind die Räume mit einer Heizlastberechnung verknüpft, wird die Wärme, die nach unten durch den Boden verloren geht, nicht von der Heizlast abgezogen - sie wird stattdessen dem Volumenstrom der Heizkreise zugeschlagen. Sie zählt also doppelt: in der Heizlast und in der Wärmeabgabe nach unten. So steht es in der Norm, und es hält den Volumenstrom auf der sicheren Seite. Bis zum 24. September 2026 zog der Bericht diesen Verlust von der Heizlast ab. Die Heizlasten von Cedar House wurden direkt eingegeben, nicht verknüpft, die Änderung betrifft die Tabelle oben also nicht.
Darunter dieselben Räume, aufgeteilt nach Heizkreisen. Die Leistungen der Heizkreise ergeben zusammen die Leistung des Raums. Die Heizlast des Raums wird auf seine Heizkreise verteilt, nicht für jeden wiederholt: Der Bericht gibt jedem Kreis einen Anteil im Verhältnis zu seiner Leistung.
Der Bericht berechnet den Volumenstrom jedes Heizkreises nach DIN EN 1264-3 als G = 0,86 · (Q + Φ_FB) · (1 + Ro/Ru) / σ. Q ist die Leistung des Kreises an den Raum, Φ_FB sein Anteil an der Wärme, die nach unten durch den Boden verloren geht (nach Fläche auf die Kreise des Raums verteilt), und σ die Spreizung des Kreises. Auf der Seite mit den Durchflussmessern zeigt die Spalte „Water Q [W]“ die Wärme, die das Wasser transportiert, daneben σ [K]. So kannst du den Volumenstrom jeder Zeile von Hand nachrechnen: l/min = 0,86 · Q / σ / 60.
| Heizkreis | Verlegeabstand [mm] | Rohr [m] | Volumenstrom [l/min] | FBH-Leistung [W] |
|---|---|---|---|---|
| 0/3/A (Küche) | 100 | 53,8 | 0,7 | 424 |
| 0/3/B (Küche) | 200 | 30,0 | 0,6 | 323 |
| 0/1/A (Wohnen) | 200 | 49,1 | 1,4 | 434 |
| 0/1/B (Wohnen) | 200 | 42,5 | 1,4 | 420 |
| 0/1/C (Wohnen) | 200 | 56,1 | 1,7 | 518 |
| 0/1/D (Wohnen) | 200 | 50,7 | 1,6 | 503 |
| 0/4/A (Schlafzimmer) | 150 | 49,7 | 0,7 | 407 |
| 0/4/B (Schlafzimmer) | 150 | 51,0 | 0,7 | 406 |
| Summe | - | 382,8 | 8,7 | 3435 |
Die Küche zeigt es in Zahlen: 424 W aus Heizkreis 0/3/A und 323 W aus Heizkreis 0/3/B ergeben 747 W gegen eine Heizlast von 650 W, daraus die Bilanz von 97 W. Die 650 W werden verteilt, nicht wiederholt: Heizkreis 0/3/A übernimmt 369 W und Heizkreis 0/3/B 281 W, zusammen 650 W. Der Beispielbericht entstand vor der Änderung vom 24. September 2026, als die Seite mit den Durchflussmessern genau diese Anteile zeigte. Heute gibt diese Seite in ihrer Spalte „Water Q [W]“ die Wärme an, die das Wasser transportiert, einschließlich des Verlusts nach unten, ihre Zahlen weichen also ab; der Bericht verteilt die Heizlast weiterhin nach der Leistung der Heizkreise. Das sind berechnete Werte in einem Beispielbericht, keine Messungen an einer eingebauten oder geprüften Anlage.
Eine Länge in dieser Tabelle hat sich nach Erstellung des Berichts geändert. Seit dem 24. September 2026 legt die App den Küchenkreis 0/3/B so an, dass jeder Bogen im Rohr den nötigen Radius hat, und dieser Kreis wird 1,7 m länger: 31,7 m statt 30,0 m. Das Erdgeschoss braucht dann insgesamt 384,5 m Rohr statt 382,8 m. Der Ratgeber zur Position des Heizkreisverteilers nennt diese neueren Zahlen, weil er nach der Änderung berechnet wurde. Die Tabelle oben übernimmt den Bericht vom 20. September 2026 unverändert, denn das zeigt seine Seite im Bild unten.
Jede Zeile wirft eine Frage auf. Zum Verlegeabstand: Welche Eingaben haben zu diesem Wert geführt? Zur Rohrlänge: Welche Wege sind in der angegebenen Zahl enthalten? In diesem Bericht ist Rohr [m] der ganze Heizkreis: das Rohr im Raum plus Vor- und Rücklauf der Anbindeleitung zum Verteiler. Zum Volumenstrom: Wer prüft den nötigen Volumenstrom und regelt den eingebauten Kreis ein? Zur Leistung: Was trägt dieser Kreis zur berechneten Leistung des Raums bei?
Eine Eingabe in diesem Beispiel war günstiger als das Auslegungsverfahren der Norm. Der Bericht entstand, als HeatAlgo jeden Belag mit seinem eigenen Wärmeleitwiderstand bewertete - Fliese 0,05, Vinyl 0,08, Holz 0,12 und Teppich 0,15 m²K/W - und Cedar House ist gefliest. DIN EN 1264-3 (Abschnitt 4.1.3.3) legt die Böden einer Wohnung für einen Belag von mindestens 0,10 m²K/W aus, und HeatAlgo macht das inzwischen genauso: Fliese und Vinyl werden mit 0,10 m²K/W gerechnet.
So nachgerechnet reicht derselbe Boden bei 39 °C Vorlauftemperatur in allen drei Räumen nicht aus und braucht etwa 43 °C. Frag, mit welchem Wärmeleitwiderstand des Belags deine eigene Planung rechnet.
In der App tragen zwei Heizkreise des Wohnzimmers, 0/1/C und 0/1/D, je einen Hinweis: Ihr Volumenstrom liegt über der Schwelle von 1,5 l/min in HeatAlgo, und die App schlägt vor, jeden Abschnitt zu teilen. Im Beispiel blieben beide Hinweise offen. Das PDF listet keine Hinweise auf, frag also den, der einen Bericht erstellt hat, ob welche offen geblieben sind, und warum.

Dieselbe Liste, wie sie im PDF-Bericht steht, Seite 3 von UFH-CEDAR-DEMO. Der Bericht ist auf Englisch.
Verteiler und Regelung gehören ins Gespräch
Such den Verteiler in der Zeichnung und verfolge die Anbindeleitungen. Frag, wie man an ihn herankommt, wenn Schränke, Beläge und andere Installationen fertig sind. Stehen zwei Positionen zur Wahl, lass die Leitungswege für beide prüfen, bevor du entscheidest.
Frag, welche Räume du einzeln regeln willst und wie das zum vorgeschlagenen System passt. Fordere die Unterlagen zu Regelung und Anschluss bei dem an, der sie liefert. Eine Zeichnung der Heizkreise allein legt den vollständigen Umfang der Elektrik und des Anschlusses an den Wärmeerzeuger nicht fest.
Notiere zu jedem offenen Punkt, wer dafür zuständig ist. Das hilft besonders, wenn Heiztechnik, Bodenvorbereitung und fertiger Bodenbelag von verschiedenen Firmen kommen.
Vergleiche, was die Angebote wirklich enthalten
Drucke das Arbeitsblatt aus oder kopiere es mit den Schaltflächen darunter in eine Tabellenkalkulation - im Druckdialog kannst du es auch als PDF speichern - und nimm für jedes Angebot dieselben Punkte. Schreib enthalten, nicht enthalten oder zu klären, und trag in der letzten Spalte das Dokument und die Person ein, die es belegt. Eine leere Antwort ist eine offene Frage, kein Beweis, dass ein Punkt fehlt.
| Zu klärender Punkt | Angebot A | Angebot B | Dokument und Person, die es bestätigt |
|---|---|---|---|
| Aktuelle Grundrisszeichnung und Revisionen | |||
| Raumberechnung und angegebene Eingaben | |||
| Verlegeplan, Heizkreisbezeichnungen und Heizkreisliste | |||
| Bodenvorbereitung und Aufbau: Dämmung, Randdämmstreifen, Estrich, Bewegungsfugen | |||
| Heizkreisverteiler, Anbindeleitungen und Zugang | |||
| Auslegungs-Vorlauftemperatur, Regelung und Anschluss an den Wärmeerzeuger | |||
| Druckprobe vor dem Estrich, Einregulierung der Heizkreise und Inbetriebnahme | |||
| Funktionsheizen des Estrichs, danach Bodenbelag und Wiederherstellung | |||
| Abschlussunterlagen, Bedienungsanleitung und Gewährleistung | |||
| Planungsänderungen, Zuständigkeit und Mehrkosten |
Steht zum Beispiel in Angebot A „Verlegeplan geliefert“ und in Angebot B „Verlegeplan und Raumberechnung geliefert“, sagen diese Formulierungen nicht, ob der Umfang gleich ist. Frag bei Angebot A, wo die Raumberechnung dokumentiert ist, und frag beide Anbieter, wer Änderungen am Bodenaufbau prüft. Das sind erfundene Formulierungen, kein Vergleich benannter Anbieter oder Preise.
Vereinbare, wie die fertig eingebaute Anlage und die Prüfungen dokumentiert werden. Frag den Heizungsbauer, welche Herstelleranleitungen für Prüfung, Inbetriebnahme und Funktionsheizen gelten - DIN EN 1264-4 sieht eine Druckprobe vor dem Einbringen des Estrichs vor. Ein Ratgeber kann diese Abläufe nicht für deine konkrete Anlage festlegen.
Was du in HeatAlgo vorbereiten kannst
Mit der Planungssoftware für Fußbodenheizung von HeatAlgo erstellst du aus deinen Projektangaben einen Verlegeplan für eine wassergeführte Fußbodenheizung und die zugehörigen Berechnungen. Sie berechnet Böden mit Rohr im Estrich (Nasssystem, Typ A nach DIN EN 1264). Für einen Holzboden mit Wärmeleitblechen oder eine flache Aufbauplatte frag stattdessen den Systemhersteller nach seinen Leistungsdaten.
Du prüfst die Eingaben und den vorgeschlagenen Verlegeplan und kannst dann den druckbaren Plan und den PDF-Bericht für das Gespräch mit deinem Heizungsbauer kaufen, dazu die Materialliste für die Anfrage beim Großhändler. Das Konto ist kostenlos und braucht keine Karte. Im kostenlosen Tarif zeichnest du von Hand in einem Geschoss: Weitere Geschosse brauchen ein freigeschaltetes Projekt, und Geschosse, die aus der Heizlastberechnung übernommen werden, zählen nicht zu dieser Grenze. Eine KI-Zeichnung eines Abschnitts pro Konto ist kostenlos. Vor dem Kauf zeigt die Vorschau die Gebäudeübersicht und einen vollständig berechneten Raum in jedem Modul; der kostenpflichtige Bericht schaltet für dieses Projekt auch die übrigen Raumergebnisse und alle Heizkreisdaten frei. Der druckbare Plan zeigt Projektname, Geschoss (wenn das Haus mehr als eins hat), Ausgabedatum und Maßstab. Die App und der Bericht sind auf Englisch.
Der Software-Bericht umfasst keinen Termin bei dir vor Ort, keine Montage und keine Abnahme. Diese Zuständigkeiten müssen für das tatsächliche Gebäude und das gewählte System gesondert vereinbart werden.
Diese Zahlen stammen aus derselben Engine, die unser Referenzhaus berechnet hat, mit allen Eingaben zum Nachprüfen veröffentlicht. Zur Methode: ein vollständig berechnetes Referenzhaus.
So bereitest du Grundriss und Bericht vorWie der Ablauf aussieht, zeigt das Video zur Planung einer Fußbodenheizung von Hand (auf Englisch). Es nutzt fiktive Projektdaten und zeigt den Ablauf in der Software, nicht die Montage. Zum Modul selbst lies die Anleitung zum Fußbodenheizungsmodul.