Für den Heizkreisverteiler der Fußbodenheizung gibt es nicht den einen richtigen Platz. Du wählst ihn, indem du drei Dinge zusammen abwägst: die Anbindeleitungen vom Verteiler zu jedem Raum, die Grenze für die Heizkreislänge deines Rohrsystems und den Zugang zum Verteilerschrank. Eine zentrale Position verkürzt die Anbindeleitungen, aber das ist nur einer der drei Punkte.
Um zu sehen, wie viel die Position ausmacht, haben wir den Verteiler in einem Beispielgeschoss an zwei Stellen gesetzt und HeatAlgo beide rechnen lassen, alle anderen Eingaben gleich. Unten stehen die Ergebnisse, was sie nicht zeigen, und ein Arbeitsblatt, mit dem du zwei Positionen in deinem eigenen Haus vergleichst. Wenn du noch Pläne und Produktangaben sammelst, fang mit der Checkliste vor dem Angebot für die Fußbodenheizung an.
Was die Position des Heizkreisverteilers entscheidet
- Die Anbindeleitungen zu jedem Raum. Jeder Heizkreis hat sein eigenes Rohrpaar zum Verteiler, Vor- und Rücklauf, also legt jeder Meter zwischen Verteiler und Raum rund zwei Meter Rohr auf diesen Kreis drauf. Der Ratgeber zu Verlegeabstand und Heizkreislänge erklärt, warum die Anbindeleitung zur Heizkreislänge zählt.
- Ob der längste Heizkreis in der Grenze deines Systems bleibt. Jedes Rohrsystem hat eine maximale Heizkreislänge, Anbindeleitung eingeschlossen. Ein Kreis, der sie überschreiten würde, muss geteilt werden, und der zweite Kreis braucht eigene Abgänge am Verteiler.
- Die Rohre, die unterwegs durch Flure und Türen laufen, und die Wärme, die sie dort abgeben.
- Der Schrank selbst: eine Wand, die ihn trägt, Platz unter dem Verteiler, damit die Rohre nach oben einbiegen können, und Zugang für die Wartung, wenn das Haus eingerichtet ist.
Abstellraum, Küchenschrank oder unter der Treppe?
Die üblichen Plätze sind ein Abstellraum, der Platz unter der Treppe oder ein Küchenunterschrank ohne Sockelblende. Jeder davon funktioniert, wenn er dieselben Prüfungen besteht: eine Wand oder ein Rahmen, der den Verteiler trägt, Platz darunter, damit die Rohre nach oben einbiegen können (die britische Anleitung von Grant zum Beispiel verlangt mindestens 300 mm bis zum unteren Balken), Zugang zu Ventilen, Durchflussmessern und Entlüftern, wenn der Raum eingerichtet ist, und ein Weg für die Rohre, der nicht öfter als nötig über eine Türschwelle führt.
Die andere Frage ist, wie weit dieser Platz von den Räumen entfernt ist. Ein Abstellraum am einen Ende des Hauses gibt den entfernten Räumen lange Anbindeleitungen, und ihre Rohre laufen gemeinsam durch den Flur. Ein Platz näher an der Mitte verkürzt sie. Unten vergleichen wir zwei solche Positionen in einem Geschoss - am Ende des Flurs und in seiner Mitte.
Ein Geschoss, zwei Positionen für den Verteiler
Wir haben das Erdgeschoss des fiktiven Cedar House aus unserem Ratgeber dazu genommen, was eine Planung der Fußbodenheizung enthalten sollte: ein eingeschossiger Grundriss von 10 × 8 m mit Wohn- und Essbereich, Küche, Schlafzimmer und einem Flur dazwischen, beheizt über acht Heizkreise. In Position A steht der Verteiler am Ende des Flurs, wo ihn der Beispielbericht jenes Ratgebers hat. In Position B hängt er an der Flurwand in der Mitte, gegenüber der Wohnzimmertür.
Alles andere blieb gleich: die Räume und ihre Heizlast, die acht Heizkreise und ihre Verlegeabstände, Rohr 16×2 mm unter 45 mm Estrich, Keramikfliesen und eine Auslegung von 43/38 °C für Vor- und Rücklauf. Jedes Rohrpaar verlässt seinen Raum außerdem in beiden Positionen an derselben Stelle, die Heizkreise in den Räumen sind also identisch, und jeder Unterschied unten kommt von den Anbindeleitungen durch den Flur.
Position A ist die, an der die Beispielplanung den Verteiler hatte, mit den Anbindeleitungen, wie sie damals gezeichnet wurden. Position B ist unsere: Wir haben den Schrank so gesetzt, dass seine Abgänge zu den Leitungen des Wohnzimmers passen, und die acht neuen Anbindeleitungen ohne Kreuzung gezeichnet. In beiden Positionen verlassen die Rohre jeden Raum durch seine Tür; wo Rohre neben dem Verteiler durch eine Trennwand geführt werden können, ergäben beide Positionen andere Anbindeleitungen.
Die Heizkreise in den Räumen hat die App mit dem Stand vom 24. September 2026 berechnet. Seit diesem Tag hat der Küchenkreis 0/3/B Bögen mit dem Radius, den er braucht, und ist 1,7 m länger als im Beispielbericht. Deshalb braucht Position A hier 384,5 m Rohr, während die Tabelle im Planungsratgeber, übernommen aus dem Bericht vom 20. September 2026, 382,8 m angibt. Jeder andere Heizkreis ist in beiden Ratgebern gleich.
Der Bericht des Planungsratgebers rechnete mit 39/34 °C. HeatAlgo bewertet Fliesen inzwischen mit 0,10 m²K/W, dem Wärmeleitwiderstand des Bodenbelags, den DIN EN 1264-3 für Wohnräume ansetzt, und bei diesem Wert braucht dieses Geschoss eine Vorlauftemperatur von 42,2 °C, die der Bericht auf 43 °C aufrundet. Beide Rechnungen verwenden deshalb 43/38 °C, und jeder Raum ist in beiden gedeckt.
Dasselbe Geschoss, zwei Positionen für den Verteiler
A: am Ende des Flurs
Anbindeleitungen: 86,8 m · längster Heizkreis: 0/1/C (Wohnen / Essen), 56,1 m
Am Ende des Flurs aus dem Weg. Die Rohre aller acht Heizkreise laufen von der Wohnzimmertür nebeneinander durch den Flur bis zum Schrank.
B: in der Mitte des Flurs
Anbindeleitungen: 51,6 m · längster Heizkreis: 0/3/A (Küche), 54,8 m
An einer Seitenwand gegenüber der Wohnzimmertür, in einem 1,4 m breiten Flur. Die Rohre kommen aus drei Richtungen, in kurzen Bündeln.
- Vorlaufrohr einer Anbindeleitung
- Rücklaufrohr einer Anbindeleitung
- Heizkreis im Raum, in A und B gleich
- Heizkreisverteiler
Was HeatAlgo berechnet hat
| Ergebnis | A: Ende des Flurs | B: Mitte des Flurs |
|---|---|---|
| Anbindeleitungen aller Heizkreise (Vor- und Rücklaufrohr) | 86,8 m | 51,6 m |
| Rohr in den beheizten Flächen | 297,8 m | 297,8 m |
| Rohr gesamt | 384,5 m | 349,3 m |
| Längster Heizkreis, mit Anbindeleitung | 0/1/C, 56,1 m | 0/3/A, 54,8 m |
| Heizkreise über der 80-m-Warnung von HeatAlgo für Rohr 16×2 mm | keiner | keiner |
| Volumenstrom aller Heizkreise zusammen | 450,5 l/h | 450,5 l/h |
| Warnungen in der App | keine | keine |
| Heizkreis | Anbindung A [m] | Kreis A [m] | Anbindung B [m] | Kreis B [m] |
|---|---|---|---|---|
| 0/3/A (Küche) | 3,9 | 53,8 | 4,9 | 54,8 |
| 0/3/B (Küche) | 5,1 | 31,7 | 3,2 | 29,8 |
| 0/1/A (Wohnen) | 15,3 | 49,1 | 10,7 | 44,5 |
| 0/1/B (Wohnen) | 9,7 | 42,5 | 5,6 | 38,5 |
| 0/1/C (Wohnen) | 16,0 | 56,1 | 10,8 | 50,9 |
| 0/1/D (Wohnen) | 11,5 | 50,7 | 5,7 | 44,9 |
| 0/4/A (Schlafzimmer) | 12,0 | 49,7 | 4,3 | 42,1 |
| 0/4/B (Schlafzimmer) | 13,3 | 51,0 | 6,2 | 43,9 |
| Summe | 86,8 | 384,5 | 51,6 | 349,3 |
Der Verteiler in der Mitte des Flurs hat die Anbindeleitungen von 86,8 auf 51,6 m Rohr gekürzt, 35,2 m weniger, und das Rohr insgesamt um etwa 9 %. Sieben der acht Heizkreise wurden kürzer, um 1,9 bis 7,7 m. Einer wurde länger: der Küchenkreis 0/3/A, um 1,0 m, weil seine Rohre die Küche auf dem Grundriss oberhalb von Position B verlassen und jetzt den Flur hinunter statt hinauf laufen. Der längste Heizkreis, der gegen die Grenze zählt, hat sich am wenigsten verändert: 56,1 m bei A und 54,8 m bei B, 1,3 m kürzer, und bei B ist es ein anderer Kreis. Kein Heizkreis kam in die Nähe der 80 m, ab denen HeatAlgo bei einem Kreis mit 16×2 mm warnt: Der längste hatte 56,1 m bei A und 54,8 m bei B. Summen und Differenzen werden vor dem Runden gebildet, die gerundeten Zeilen können also um bis zu 0,2 m davon abweichen.
Die Volumenströme haben sich nicht geändert. HeatAlgo setzt den Volumenstrom jedes Heizkreises nach DIN EN 1264-3 als G = 0,86 · (Q + Φ_FB) · (1 + Ro/Ru) / σ an: Q ist die Leistung, die der Kreis an den Raum abgibt, Φ_FB sein Anteil an der Wärme, die nach unten durch den Boden verloren geht (nach Fläche auf die Kreise des Raums verteilt), und σ die Temperaturspreizung entlang des Kreises. Nichts davon hängt davon ab, wo der Verteiler hängt. Die Leistungen der Heizkreise, die Bilanzen der Räume und die nötige Vorlauftemperatur waren in beiden Positionen ebenfalls gleich. Das sind berechnete Werte für ein fiktives Geschoss, keine Messungen an einer eingebauten Anlage.
Was die Zahlen nicht zeigen
- Druckverlust und hydraulischer Abgleich. Wasser verliert entlang des Rohrs Druck, ein längerer Heizkreis fordert die Pumpe also stärker, und Kreise ähnlicher Länge lassen sich leichter gegeneinander abgleichen - die britischen Hinweise von Wavin (auf Englisch) verbinden kurze Kreise mit einer ausgeglichenen Anlage. HeatAlgo berechnet keinen Druckverlust. Frag deinen Heizungsbauer, welcher Heizkreis der ungünstigste ist und wie die anderen am Verteiler eingestellt werden.
- Die Wärme der Anbindeleitungen. HeatAlgo rechnet jede Anbindeleitung in die Länge ihres Heizkreises ein, aber nicht die Wärme, die sie unterwegs abgibt, und der Flur in diesem Beispiel hat keinen eigenen Heizkreis. Bei A laufen die Rohre aller acht Heizkreise von der Wohnzimmertür nebeneinander durch den Flur bis zum Schrank, und die Rohre des Schlafzimmers durchlaufen fast seine ganze Länge; bei B kommen sie aus drei Richtungen und treffen sich am Schrank in der Mitte. Wo Rohre dicht gebündelt liegen, rät die Montageanleitung von Grant (auf Englisch), sie zu dämmen, damit der Boden nicht überhitzt, vor allem wenn sie den Raum, durch den sie führen, nicht beheizen sollen. Ob die Anbindeleitungen den Flur wärmen sollen, ist eine Planungsentscheidung, kein Nebeneffekt.
- Der Schrank und seine Wand. Position B setzt den Schrank an eine Seitenwand mitten in einem 1,4 m breiten Flur, wo ein Aufputzschrank etwa 14 cm der Breite einnimmt; Position A hält ihn an der Stirnwand. Auf diesem Grundriss liegt Position B dort, wo die Wand zwischen Küche und Schlafzimmer auf die Flurwand trifft, dort passt also nur ein Aufputzschrank, und Position A liegt an einer Außenwand - frag deinen Bauunternehmer, bevor du dort etwas einlässt. Dieselbe Anleitung verlangt eine ebene, tragfähige Wand, die den Verteiler trägt, dazu Pumpe und Mischventil, wo vorhanden, und einen Verteiler, der für die Wartung zugänglich bleibt. Die Trennwände auf diesem Grundriss sind 12 cm dick, prüfe also die Tiefe eines Unterputzschranks gegen die Wand, bevor du einen wählst.
- Dein eigenes Haus. Das ist ein einziges fiktives, eingeschossiges Geschoss. Deine Heizkreise, Entfernungen und dein Rohrsystem ergeben andere Zahlen, und auf einem Grundriss mit langen Anbindeleitungen kann ein Kreis seine Grenze überschreiten, wo es hier keiner tat. HeatAlgo berechnet Böden mit im Estrich verlegtem Rohr (Nasssystem, Typ A nach DIN EN 1264); für ein Trockensystem frag dessen Hersteller nach Leistungsdaten.
Kurze Antworten
Einzelne Fragen, jede mit einer in HeatAlgo berechneten Zahl:
- Was sollen die Durchflussmesser der Fußbodenheizung anzeigen? - dieselben acht Heizkreise, 0,53 bis 1,41 l/min.
Zwei Positionen im eigenen Grundriss vergleichen
Markiere beide Kandidaten auf deinem Grundriss und beantworte für jeden dieselben Fragen. Drucke das Arbeitsblatt aus oder kopiere es mit den Schaltflächen darunter in eine Tabellenkalkulation; im Druckdialog kannst du es auch als PDF speichern. Eine leere Antwort ist eine Frage an deinen Heizungsbauer, kein Nein.
| Frage | Position A | Position B |
|---|---|---|
| Wo genau der Schrank hinkommt, und an welche Wand | ||
| Aufputz oder Unterputz, und ob die Wand das trägt | ||
| Platz unter dem Verteiler, damit die Rohre nach oben einbiegen können | ||
| Zugang für die Wartung, mit offenen Türen und gestellten Möbeln | ||
| Weg jedes Heizkreises zum Verteiler, auf dem Grundriss gezeichnet | ||
| Längster Heizkreis, mit Anbindeleitung, gegen die Grenze des Rohrsystems | ||
| Nötige Abgänge, mit Reserve, gegen die Größe des Verteilers | ||
| Wo Rohre gebündelt liegen, und ob sie im Schutzrohr laufen oder gedämmt sind | ||
| Strom und Verkabelung für Stellantriebe und Raumthermostate | ||
| Leitungen zum Wärmeerzeuger, Befüllen und Entlüften |
Was du in HeatAlgo prüfen kannst
In HeatAlgo zeichnest du die beheizten Flächen auf deinen Grundriss, setzt den Verteiler und zeichnest jede Anbindeleitung vom Raum zum Verteiler. Die App zeigt die Länge jedes Rohrpaars und die Länge jedes Heizkreises mit seiner Anbindeleitung. Einen Kreis mit 16×2 mm über 80 m markiert sie und behandelt 90 m als Grenze; für 17×2 mm sind es 90 und 100 m. Verschiebst du den Verteiler, behält die App den Weg, den du für jede Anbindeleitung gezeichnet hast, bewegt nur ihr Ende mit dem Verteiler und rechnet die Längen neu. Für einen fairen Vergleich zweier Positionen zeichnest du jede Anbindeleitung so neu, wie ihre Rohre wirklich zur neuen Position laufen würden, wie wir es für Position B getan haben; sonst lassen die alten Wege die neue Position länger aussehen, als sie ist. Druckverlust und die Wärmeabgabe der Anbindeleitungen berechnet sie nicht. Die einzelnen Schritte stehen in der Anleitung zum Fußbodenheizungsmodul. Die App ist auf Englisch.
Mit einem kostenlosen Konto, ohne Kreditkarte, kannst du das ganze Geschoss zeichnen und siehst die Gebäudeübersicht und einen vollständig berechneten Raum. Der kostenpflichtige Bericht schaltet die Ergebnisse der übrigen Räume frei, darunter ihre Anbindeleitungen und Heizkreislängen, und den druckbaren Plan. Ein Bericht ist eine Grundlage für das Gespräch mit deinem Heizungsbauer, keine freigegebene Planung: Er enthält keinen Termin vor Ort, keine Montage und keine Abnahme. Berechnung nach DIN EN 12831-1 mit Standardwerten. Keine Heizlastberechnung nach DIN/TS 12831-1 bzw. ÖNORM H 7500-1 und kein Nachweis für die BEG-Förderung oder den hydraulischen Abgleich (Verfahren B).
Diese Zahlen stammen aus derselben Engine, die unser Referenzhaus berechnet hat, mit allen Eingaben zum Nachprüfen veröffentlicht. Zur Methode: ein vollständig berechnetes Referenzhaus.
So bereitest du einen Verlegeplan für deinen Heizungsbauer vor