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Glossar für Bauherren: was die Begriffe im Formular deines Heizungsbauers bedeuten

Dein Heizungsbauer fragt nach Grundrissen, Schnitten und einer Fensterliste? Was jedes dieser Dokumente ist, wozu es gebraucht wird und wo du es findest.

Gründer von HeatAlgo, Autor der Berechnungs-Engine nach DIN EN 12831 und DIN EN 1264

Dein Heizungsbauer hat dir ein Formular geschickt und fragt nach „Grundrissen“, „Schnitten“ und einer „Fenster- und Türliste“. Dieses Glossar erklärt, was jedes dieser Wörter bedeutet, wozu jemand diese Angaben braucht und wo du danach suchst. Die Einträge sind unabhängig voneinander - lies nur den, bei dem du hängen geblieben bist.

Wenn dir etwas fehlt, ist das kein Hindernis: Fast jede Angabe lässt sich durch eine Messung oder ein Foto ersetzen. Du kannst das Formular auch teilweise ausfüllen und später weitermachen.

Die Dokumente, nach denen dein Heizungsbauer fragt

Was jedes Dokument liefert

Grundriss
Aufteilung und Maße der Räume, Flächen und die Lage von Fenstern und Türen.
Gebäudeschnitt
Raumhöhen und Abfolge der Geschosse - daraus kommt das beheizte Volumen.
Fenster- und Türliste
Maße jedes Fensters und jeder Tür, meist mit dem U-Wert Uw.
Baupläne des Architekten
Schichtaufbau der Bauteile: was in Wand, Boden und Dach steckt, und wie dick.
Energieausweis
Je nach Ausweis U-Werte der Bauteile und Annahmen zur Lüftung.
DWG- oder DXF-Dateien
Derselbe Plan als Vektordaten - Maße ablesen, ohne neu zu zeichnen.
Keines davon ist Pflicht. Jedes verkürzt die Arbeit und verringert die Zahl der Annahmen, die jemand für dich treffen muss.

Die Zeichnungen bei den Einträgen sind Beispiele. Deine eigenen Unterlagen sehen anders aus - andere Positionsnummern, ein anderes Blattformat, eine andere Zahl von Zeichnungen -, weil jedes Planungsbüro auf seine eigene Weise zeichnet und keine einheitliche Vorlage vorgeschrieben ist. Sie stehen hier, damit du erkennst, welches Dokument gemeint ist, nicht für einen Vergleich Strich für Strich.

Grundriss

Eine Zeichnung eines Geschosses von oben - als würde man das Gebäude in etwa einem Meter Höhe durchschneiden und hinunterschauen. Sie zeigt die Aufteilung der Räume, ihre Maße und wo Fenster und Türen liegen. Meist gibt es einen pro Geschoss: Erdgeschoss, Obergeschoss, Dachgeschoss, Keller. Du findest sie in den Bauplänen des Architekten.

So sieht ein Grundriss aus

Beispiel

Grundriss des Erdgeschosses eines Einfamilienhauses: schraffierte Wände, Raumbezeichnungen, Symbole für Fenster und Türen mit Öffnungsrichtung, Treppe.
Die schraffierten Streifen sind geschnittene Wände, die Bögen an den Türen zeigen, in welche Richtung sie aufgehen, und die mit Doppellinie gezeichneten Lücken sind Fenster.Zeichnung: Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Gebäudeschnitt

Eine Zeichnung des senkrecht durchgeschnittenen Gebäudes, vom Fundament bis zum Dach. Ein Grundriss zeigt, was neben was liegt; ein Schnitt zeigt, was über was liegt. Von hier kommt die Raumhöhe und daraus das Luftvolumen, das beheizt werden muss. Er gehört zu denselben Plänen wie die Grundrisse.

So sieht ein Schnitt aus

Beispiel

GeländeDachgeschossErdgeschoss2,70 m2,50 mFirst
Die grünen Maße rechts sind genau das, wofür ein Heizungsbauer einen Schnitt aufschlägt: die Höhe jedes Geschosses.Illustration von HeatAlgo.

Fenster- und Türliste

Eine Tabelle aller Fenster und Türen: Positionsnummer, Maße, Stückzahl, oft der U-Wert Uw. Klingt nach Papierkram und gehört doch zu den wichtigeren Angaben - ein erheblicher Teil der Wärme entweicht über die Fenster, ohne ihre Maße stünde die Berechnung also auf Annahmen. Bei einem fertigen Gebäude genügen die Typenschilder der Fenster oder ein Maßband.

So sieht eine Fensterliste aus

Beispiel

Pos.MaßeStk.Uw
W11,50 x 1,40 m30,90
W22,40 x 2,20 m10,80
W30,60 x 0,60 m21,10
D11,00 x 2,10 m11,30
Die Positionsnummern (W1, W2, D1) verweisen auf den Grundriss - dieselben Fenster, auf beiden Zeichnungen gleich bezeichnet. Die letzte Spalte ist der Uw-Wert, der direkt in die Berechnung geht.Illustration von HeatAlgo.

Baupläne des Architekten

Die Zeichnungen und Beschreibungen, nach denen das Gebäude gebaut wurde. Am wertvollsten für einen Heizungsbauer ist die Beschreibung des Schichtaufbaus der Bauteile: woraus eine Wand besteht, in welcher Reihenfolge und wie dick. Genau das bestimmt, wie gut die Wand die Wärme hält.

So wird ein Wandaufbau angegeben

Beispiel

Innenputz
1,5 cm
Ziegelstein
24 cm
λ 0,25
EPS-Dämmung
20 cm
λ 0,040
Außenputz
0,5 cm
46 cm insgesamtU-Wert dieser Wand: 0,16 W/(m²·K)
Der Balken ist maßstäblich: In einer modernen Wand nimmt die Dämmung fast die Hälfte der Dicke ein. Es ist dieselbe Wand, die weiter unten auf der U-Wert-Skala bei 0,16 steht.Illustration von HeatAlgo.

Tragwerksplanung

Zeichnungen der Konstruktion: Fundamente, Decken, Dachstuhl. Seltener gebraucht, aber nützlich für die Fußbodenheizung, weil sie zeigt, worauf der Boden liegt und wie viele Schichten sich darauf aufbauen lassen.

Energieausweis

Ein Dokument über den Energiebedarf oder -verbrauch des Gebäudes in einem Jahr - ausgestellt bei Neubau, Verkauf oder Vermietung. Für einen Heizungsbauer ist er vor allem eine Abkürzung: Ein Bedarfsausweis beruht auf einer Berechnung mit den U-Werten der Bauteile und Annahmen zur Lüftung, und liegen dir diese Werte vor, sparen sie viel Sucharbeit. Die Berechnung, mit der die Anlage ausgelegt wird, ersetzt er nicht, aber er kann sie deutlich beschleunigen.

Was ein Heizungsbauer in einem Energieausweis sucht

Beispiel

Energieausweis

Energieeffizienzklasse

Angaben zu den Bauteilen

Außenwand
0,16
Dach
0,13
Bodenplatte
0,28
Fenster
0,90

Nicht die farbige Skala, sondern die Tabelle darunter - fertige U-Werte, die man sonst aus den Plänen heraussuchen müsste.

Die Effizienzklasse ist der bekannteste Teil eines Energieausweises und für die Auslegung der Anlage der am wenigsten nützliche. Der Wert steckt in den Bauteildaten.Illustration von HeatAlgo.

DWG- und DXF-Dateien

Formate für technische Zeichnungen aus CAD-Programmen. Anders als ein PDF oder ein Foto enthalten sie echte Maße, die sich ablesen lassen, ohne neu zu zeichnen. Hat dir dein Architekt die Pläne auch in diesen Formaten übergeben, lohnt es sich, sie mitzuschicken.

Begriffe zum Gebäude

Bauteil

Alles, was den beheizten Innenraum von etwas Kälterem trennt: Außenwand, Dach, Decke über dem Keller, Bodenplatte, Fenster, Tür. Dein Heizungsbauer berechnet den Verlust über jedes davon einzeln.

Schichtaufbau

Eine Wand besteht selten aus nur einem Material. Eine typische hat Innenputz, eine tragende Schicht (Stein, Ziegel, Beton), Dämmung (EPS, Mineralwolle) und Außenputz. Reihenfolge und Dicke zählen - sie bestimmen, wie viel Wärme entweicht. Hast du keine Pläne, hilft alles: ein Foto aus der Bauzeit, eine Rechnung für die Dämmung, die Erinnerung des Bauunternehmers.

Dämmung und Dämmstärke

Die Schicht, die die Wärme drinnen halten soll: EPS, Mineralwolle, PIR-Hartschaum. Für die Berechnung zählen zwei Dinge: was verwendet wurde und wie dick. Zwischen 5 und 20 cm EPS liegt bei den Wandverlusten ein Mehrfaches - und meist eine ganze Geräteklasse bei der Auslegung.

U-Wert des Fensters Uw

Die Zahl auf dem Typenschild eines Fensters, die sagt, wie gut es die Wärme hält. Niedriger ist besser.

U-Wert des Fensters Uw

  • Altes Holzfenster, Einfachverglasung5,00
  • Zweifachverglasung aus den 1990er-Jahren2,60
  • Moderne Zweifachverglasung1,10
  • Dreifachverglasung0,80
Richtwerte. Deine eigenen Fenster tragen ihren Uw-Wert auf dem Typenschild oder in der Fensterliste - das ist die Zahl, die in die Berechnung geht.

Beheizte Fläche und Volumen

Die beheizte Fläche sind die Quadratmeter Boden in den Räumen, die tatsächlich beheizt werden - ohne Garage und unbeheizten Keller. Das Volumen ist der Raum, den diese Zimmer umschließen, Fläche mal Höhe. Die Fläche bestimmt die Fußbodenheizung, das Volumen die Lüftung.

Stand des Projekts

Dein Heizungsbauer fragt danach, weil davon abhängt, woher die Daten kommen. In der Planung steht alles in den Zeichnungen. Im Bau lässt sich manches noch messen und ändern. Bei einem fertigen Gebäude werden die Daten aus Messungen und Unterlagen rekonstruiert - und genau da hilft ein Energieausweis am meisten.

Begriffe zur Anlage

Fußbodenheizung und Heizkörper

Eine Fußbodenheizung gibt Wärme über die ganze Bodenfläche ab und kommt deshalb mit niedrigen Wassertemperaturen aus (30-40 °C) - das passt gut zu einer Wärmepumpe. Heizkörper geben Wärme über eine kleine Fläche ab, brauchen deshalb heißeres Wasser (45-70 °C) und reagieren schneller auf eine geänderte Einstellung. Gemischte Anlagen sind normal: Fußbodenheizung unten, Heizkörper oben.

Heizkreisverteiler

Der Kasten, in dem alle Heizkreise der Fußbodenheizung zusammenlaufen - hier fließt das Wasser in die Räume und kommt hierher zurück. Am Verteiler wird der Volumenstrom für jeden Heizkreis einzeln eingestellt, damit jeder Raum so viel Wärme bekommt, wie für ihn berechnet wurde.

Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpe

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nimmt die Wärme aus der Außenluft - günstiger in der Installation, ohne Erdarbeiten, aber ihre Effizienz sinkt bei Kälte. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe nimmt die Wärme über Erdsonden oder einen Flächenkollektor aus dem Erdreich - teurer in der Anschaffung und sie braucht entweder Platz oder Bohrungen, läuft aber gleichmäßig, unabhängig vom Wetter.

Lüftung: freie Lüftung, mechanische Lüftung, Wärmerückgewinnung

Freie Lüftung arbeitet mit dem Auftrieb im Schacht und mit undichten Stellen - ohne Gerät, aber auch ohne Kontrolle darüber, wie viel Luft entweicht. Mechanische Lüftung erzwingt den Luftaustausch mit einem Ventilator. Eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung ist eine mechanische Lüftung, die Wärme zurückholt: Die Abluft erwärmt die Zuluft. Die Wahl beeinflusst die Berechnung stark, weil die Lüftung einer der beiden Hauptwege ist, auf denen Wärme ein Gebäude verlässt.

Raumtemperatur nach Wunsch

Die Temperatur, die du in einem Raum haben willst - und eine echte Eingabe für die Berechnung, keine Umfrage zu Vorlieben. Die Anlage wird auf bestimmte Werte ausgelegt, meist etwa 20-21 °C in Wohnräumen und 24 °C im Bad. Magst du es wärmer, sag das am Anfang und nicht erst nach der Installation.

Begriffe, die am häufigsten verwechselt werden

Vier Paare, die man leicht verwechselt

  • Beheizte Fläche

    Quadratmeter Boden in den beheizten Räumen.

    Volumen

    Der Raum, den diese Zimmer umschließen - Fläche mal Höhe.

    Zwei Wohnungen mit derselben Fläche, eine mit Dachschrägen und eine mit 3 m Raumhöhe, haben verschiedene Volumen und verschiedenen Bedarf.

  • Leistung der Anlage (kW)

    Wie viel Wärme die Wärmepumpe in der kältesten Stunde des Jahres liefert.

    Jahresverbrauch (kWh)

    Wie viel Energie die Anlage über eine Heizperiode verbraucht.

    Die erste Zahl entscheidet, welches Gerät du kaufst. Die zweite, was der Betrieb dich kostet.

  • Energieausweis

    Ein formales Dokument zum jährlichen Energiebedarf.

    Auslegungsberechnung

    Die Leistung, die das Gebäude braucht, raumweise berechnet.

    Ein Energieausweis kann eine gute Datenquelle sein, reicht aber nicht, um eine Wärmepumpe oder Heizkörper auszulegen.

  • Grundriss

    Ein Geschoss von oben. Zeigt, was neben was liegt.

    Schnitt

    Das Gebäude senkrecht durchgeschnitten. Zeigt, was über was liegt.

    Flächen kommen aus dem Grundriss, Höhen aus dem Schnitt. Die Berechnung braucht beides.

Woher dieses Formular kommt

Das Formular, das du bekommen hast, ist das Kundenformular von HeatAlgo - ein Werkzeug, mit dem Heizungsbauer die Daten für ihre Berechnungen ohne ein Dutzend E-Mail-Runden sammeln. Du kannst es klassisch ausfüllen oder eine KI die Werte aus hochgeladenen Unterlagen lesen lassen; jeden Vorschlag bestätigst du selbst, und die Unterlagen werden nie gespeichert. Das Formular ist auf Englisch.

Wenn dich die technische Seite interessiert: Dasselbe Material, geschrieben für Fachleute, steht im Glossar für Heizungsbauer. Weitere Antworten findest du in der Hilfe.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist ein Grundriss?

Eine Zeichnung eines Geschosses von oben, als würde man das Gebäude in etwa einem Meter Höhe waagerecht durchschneiden und hinunterschauen. Sie zeigt die Aufteilung und die Maße der Räume und wo Fenster und Türen liegen. Grundrisse stehen in den Bauplänen des Architekten - meist einer pro Geschoss: Erdgeschoss, Obergeschoss, Dachgeschoss, Keller.

Was ist ein Gebäudeschnitt?

Eine Zeichnung des senkrecht durchgeschnittenen Gebäudes, vom Fundament bis zum Dach. Ein Grundriss zeigt, was neben was liegt; ein Schnitt zeigt, was über was liegt. Aus dem Schnitt kommen die Raumhöhen und die Abfolge der Geschosse, und daraus das beheizte Volumen. Er gehört zu denselben Bauplänen wie die Grundrisse.

Was ist eine Fenster- und Türliste?

Eine Tabelle aller Fenster und Türen des Gebäudes: Positionsnummer, Maße, Stückzahl und meist der U-Wert Uw. Über die Fenster geht ein großer Teil der Wärme verloren, ohne ihre Maße wäre die Berechnung also Rätselraten. Die Liste gehört zu den Bauplänen; bei einem fertigen Gebäude genügen die Typenschilder der Fenster oder ein Maßband.

Ich habe keine Baupläne. Lässt sich trotzdem etwas berechnen?

Ja, aber dein Heizungsbauer braucht dann mehr von dir. Mit dem Maßband gemessene Raummaße, Raumhöhen, die Maße von Fenstern und Türen und alles, was über die Wände bekannt ist: woraus sie gebaut sind und ob sie gedämmt sind - und wenn ja, womit und wie dick. Fotos von Unterlagen aus der Bauzeit oder ein Energieausweis helfen ebenfalls.

Warum will mein Heizungsbauer den Energieausweis sehen?

Weil ein Bedarfsausweis auf einer Berechnung mit den U-Werten von Wänden, Dach und Boden und mit Annahmen zur Lüftung beruht - Daten, die man sonst aus den Plänen oder durch Nachfragen rekonstruieren müsste. Der Ausweis selbst ersetzt nicht die Berechnung, mit der die Anlage ausgelegt wird, ist aber oft die schnellste Quelle für Eingabedaten.

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