Dein Heizungsbauer hat dir ein Formular geschickt und fragt nach „Grundrissen“, „Schnitten“ und einer „Fenster- und Türliste“. Dieses Glossar erklärt, was jedes dieser Wörter bedeutet, wozu jemand diese Angaben braucht und wo du danach suchst. Die Einträge sind unabhängig voneinander - lies nur den, bei dem du hängen geblieben bist.
Wenn dir etwas fehlt, ist das kein Hindernis: Fast jede Angabe lässt sich durch eine Messung oder ein Foto ersetzen. Du kannst das Formular auch teilweise ausfüllen und später weitermachen.
Die Dokumente, nach denen dein Heizungsbauer fragt
Was jedes Dokument liefert
- Grundriss
- Aufteilung und Maße der Räume, Flächen und die Lage von Fenstern und Türen.
- Gebäudeschnitt
- Raumhöhen und Abfolge der Geschosse - daraus kommt das beheizte Volumen.
- Fenster- und Türliste
- Maße jedes Fensters und jeder Tür, meist mit dem U-Wert Uw.
- Baupläne des Architekten
- Schichtaufbau der Bauteile: was in Wand, Boden und Dach steckt, und wie dick.
- Energieausweis
- Je nach Ausweis U-Werte der Bauteile und Annahmen zur Lüftung.
- DWG- oder DXF-Dateien
- Derselbe Plan als Vektordaten - Maße ablesen, ohne neu zu zeichnen.
Die Zeichnungen bei den Einträgen sind Beispiele. Deine eigenen Unterlagen sehen anders aus - andere Positionsnummern, ein anderes Blattformat, eine andere Zahl von Zeichnungen -, weil jedes Planungsbüro auf seine eigene Weise zeichnet und keine einheitliche Vorlage vorgeschrieben ist. Sie stehen hier, damit du erkennst, welches Dokument gemeint ist, nicht für einen Vergleich Strich für Strich.
Grundriss
Eine Zeichnung eines Geschosses von oben - als würde man das Gebäude in etwa einem Meter Höhe durchschneiden und hinunterschauen. Sie zeigt die Aufteilung der Räume, ihre Maße und wo Fenster und Türen liegen. Meist gibt es einen pro Geschoss: Erdgeschoss, Obergeschoss, Dachgeschoss, Keller. Du findest sie in den Bauplänen des Architekten.
So sieht ein Grundriss aus
Beispiel

Gebäudeschnitt
Eine Zeichnung des senkrecht durchgeschnittenen Gebäudes, vom Fundament bis zum Dach. Ein Grundriss zeigt, was neben was liegt; ein Schnitt zeigt, was über was liegt. Von hier kommt die Raumhöhe und daraus das Luftvolumen, das beheizt werden muss. Er gehört zu denselben Plänen wie die Grundrisse.
So sieht ein Schnitt aus
Beispiel
Fenster- und Türliste
Eine Tabelle aller Fenster und Türen: Positionsnummer, Maße, Stückzahl, oft der U-Wert Uw. Klingt nach Papierkram und gehört doch zu den wichtigeren Angaben - ein erheblicher Teil der Wärme entweicht über die Fenster, ohne ihre Maße stünde die Berechnung also auf Annahmen. Bei einem fertigen Gebäude genügen die Typenschilder der Fenster oder ein Maßband.
So sieht eine Fensterliste aus
Beispiel
| Pos. | Maße | Stk. | Uw |
|---|---|---|---|
| W1 | 1,50 x 1,40 m | 3 | 0,90 |
| W2 | 2,40 x 2,20 m | 1 | 0,80 |
| W3 | 0,60 x 0,60 m | 2 | 1,10 |
| D1 | 1,00 x 2,10 m | 1 | 1,30 |
Baupläne des Architekten
Die Zeichnungen und Beschreibungen, nach denen das Gebäude gebaut wurde. Am wertvollsten für einen Heizungsbauer ist die Beschreibung des Schichtaufbaus der Bauteile: woraus eine Wand besteht, in welcher Reihenfolge und wie dick. Genau das bestimmt, wie gut die Wand die Wärme hält.
So wird ein Wandaufbau angegeben
Beispiel
- Innenputz
- 1,5 cm
- Ziegelstein
- 24 cm
- λ 0,25
- EPS-Dämmung
- 20 cm
- λ 0,040
- Außenputz
- 0,5 cm
Tragwerksplanung
Zeichnungen der Konstruktion: Fundamente, Decken, Dachstuhl. Seltener gebraucht, aber nützlich für die Fußbodenheizung, weil sie zeigt, worauf der Boden liegt und wie viele Schichten sich darauf aufbauen lassen.
Energieausweis
Ein Dokument über den Energiebedarf oder -verbrauch des Gebäudes in einem Jahr - ausgestellt bei Neubau, Verkauf oder Vermietung. Für einen Heizungsbauer ist er vor allem eine Abkürzung: Ein Bedarfsausweis beruht auf einer Berechnung mit den U-Werten der Bauteile und Annahmen zur Lüftung, und liegen dir diese Werte vor, sparen sie viel Sucharbeit. Die Berechnung, mit der die Anlage ausgelegt wird, ersetzt er nicht, aber er kann sie deutlich beschleunigen.
Was ein Heizungsbauer in einem Energieausweis sucht
Beispiel
Energieausweis
Energieeffizienzklasse
Angaben zu den Bauteilen
- Außenwand
- 0,16
- Dach
- 0,13
- Bodenplatte
- 0,28
- Fenster
- 0,90
Nicht die farbige Skala, sondern die Tabelle darunter - fertige U-Werte, die man sonst aus den Plänen heraussuchen müsste.
DWG- und DXF-Dateien
Formate für technische Zeichnungen aus CAD-Programmen. Anders als ein PDF oder ein Foto enthalten sie echte Maße, die sich ablesen lassen, ohne neu zu zeichnen. Hat dir dein Architekt die Pläne auch in diesen Formaten übergeben, lohnt es sich, sie mitzuschicken.
Begriffe zum Gebäude
Bauteil
Alles, was den beheizten Innenraum von etwas Kälterem trennt: Außenwand, Dach, Decke über dem Keller, Bodenplatte, Fenster, Tür. Dein Heizungsbauer berechnet den Verlust über jedes davon einzeln.
Schichtaufbau
Eine Wand besteht selten aus nur einem Material. Eine typische hat Innenputz, eine tragende Schicht (Stein, Ziegel, Beton), Dämmung (EPS, Mineralwolle) und Außenputz. Reihenfolge und Dicke zählen - sie bestimmen, wie viel Wärme entweicht. Hast du keine Pläne, hilft alles: ein Foto aus der Bauzeit, eine Rechnung für die Dämmung, die Erinnerung des Bauunternehmers.
Dämmung und Dämmstärke
Die Schicht, die die Wärme drinnen halten soll: EPS, Mineralwolle, PIR-Hartschaum. Für die Berechnung zählen zwei Dinge: was verwendet wurde und wie dick. Zwischen 5 und 20 cm EPS liegt bei den Wandverlusten ein Mehrfaches - und meist eine ganze Geräteklasse bei der Auslegung.
U-Wert des Fensters Uw
Die Zahl auf dem Typenschild eines Fensters, die sagt, wie gut es die Wärme hält. Niedriger ist besser.
U-Wert des Fensters Uw
- Altes Holzfenster, Einfachverglasung5,00
- Zweifachverglasung aus den 1990er-Jahren2,60
- Moderne Zweifachverglasung1,10
- Dreifachverglasung0,80
Beheizte Fläche und Volumen
Die beheizte Fläche sind die Quadratmeter Boden in den Räumen, die tatsächlich beheizt werden - ohne Garage und unbeheizten Keller. Das Volumen ist der Raum, den diese Zimmer umschließen, Fläche mal Höhe. Die Fläche bestimmt die Fußbodenheizung, das Volumen die Lüftung.
Stand des Projekts
Dein Heizungsbauer fragt danach, weil davon abhängt, woher die Daten kommen. In der Planung steht alles in den Zeichnungen. Im Bau lässt sich manches noch messen und ändern. Bei einem fertigen Gebäude werden die Daten aus Messungen und Unterlagen rekonstruiert - und genau da hilft ein Energieausweis am meisten.
Begriffe zur Anlage
Fußbodenheizung und Heizkörper
Eine Fußbodenheizung gibt Wärme über die ganze Bodenfläche ab und kommt deshalb mit niedrigen Wassertemperaturen aus (30-40 °C) - das passt gut zu einer Wärmepumpe. Heizkörper geben Wärme über eine kleine Fläche ab, brauchen deshalb heißeres Wasser (45-70 °C) und reagieren schneller auf eine geänderte Einstellung. Gemischte Anlagen sind normal: Fußbodenheizung unten, Heizkörper oben.
Heizkreisverteiler
Der Kasten, in dem alle Heizkreise der Fußbodenheizung zusammenlaufen - hier fließt das Wasser in die Räume und kommt hierher zurück. Am Verteiler wird der Volumenstrom für jeden Heizkreis einzeln eingestellt, damit jeder Raum so viel Wärme bekommt, wie für ihn berechnet wurde.
Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpe
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nimmt die Wärme aus der Außenluft - günstiger in der Installation, ohne Erdarbeiten, aber ihre Effizienz sinkt bei Kälte. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe nimmt die Wärme über Erdsonden oder einen Flächenkollektor aus dem Erdreich - teurer in der Anschaffung und sie braucht entweder Platz oder Bohrungen, läuft aber gleichmäßig, unabhängig vom Wetter.
Lüftung: freie Lüftung, mechanische Lüftung, Wärmerückgewinnung
Freie Lüftung arbeitet mit dem Auftrieb im Schacht und mit undichten Stellen - ohne Gerät, aber auch ohne Kontrolle darüber, wie viel Luft entweicht. Mechanische Lüftung erzwingt den Luftaustausch mit einem Ventilator. Eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung ist eine mechanische Lüftung, die Wärme zurückholt: Die Abluft erwärmt die Zuluft. Die Wahl beeinflusst die Berechnung stark, weil die Lüftung einer der beiden Hauptwege ist, auf denen Wärme ein Gebäude verlässt.
Raumtemperatur nach Wunsch
Die Temperatur, die du in einem Raum haben willst - und eine echte Eingabe für die Berechnung, keine Umfrage zu Vorlieben. Die Anlage wird auf bestimmte Werte ausgelegt, meist etwa 20-21 °C in Wohnräumen und 24 °C im Bad. Magst du es wärmer, sag das am Anfang und nicht erst nach der Installation.
Begriffe, die am häufigsten verwechselt werden
Vier Paare, die man leicht verwechselt
Beheizte Fläche
Quadratmeter Boden in den beheizten Räumen.
Volumen
Der Raum, den diese Zimmer umschließen - Fläche mal Höhe.
Zwei Wohnungen mit derselben Fläche, eine mit Dachschrägen und eine mit 3 m Raumhöhe, haben verschiedene Volumen und verschiedenen Bedarf.
Leistung der Anlage (kW)
Wie viel Wärme die Wärmepumpe in der kältesten Stunde des Jahres liefert.
Jahresverbrauch (kWh)
Wie viel Energie die Anlage über eine Heizperiode verbraucht.
Die erste Zahl entscheidet, welches Gerät du kaufst. Die zweite, was der Betrieb dich kostet.
Energieausweis
Ein formales Dokument zum jährlichen Energiebedarf.
Auslegungsberechnung
Die Leistung, die das Gebäude braucht, raumweise berechnet.
Ein Energieausweis kann eine gute Datenquelle sein, reicht aber nicht, um eine Wärmepumpe oder Heizkörper auszulegen.
Grundriss
Ein Geschoss von oben. Zeigt, was neben was liegt.
Schnitt
Das Gebäude senkrecht durchgeschnitten. Zeigt, was über was liegt.
Flächen kommen aus dem Grundriss, Höhen aus dem Schnitt. Die Berechnung braucht beides.
Woher dieses Formular kommt
Das Formular, das du bekommen hast, ist das Kundenformular von HeatAlgo - ein Werkzeug, mit dem Heizungsbauer die Daten für ihre Berechnungen ohne ein Dutzend E-Mail-Runden sammeln. Du kannst es klassisch ausfüllen oder eine KI die Werte aus hochgeladenen Unterlagen lesen lassen; jeden Vorschlag bestätigst du selbst, und die Unterlagen werden nie gespeichert. Das Formular ist auf Englisch.
Wenn dich die technische Seite interessiert: Dasselbe Material, geschrieben für Fachleute, steht im Glossar für Heizungsbauer. Weitere Antworten findest du in der Hilfe.
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